Berlin – Naschmarkt

La dolce vita am nächsten Tag in der Markthalle Neun – Naschmarkt!

“Hochwertige süße Leckereien aus kleinen Manufakturen in Berlin und Brandenburg, auf traditionelle Weise liebevoll mit der Hand hergestellt, mit guten, natürlichen Zutaten möglichst aus der Region und nach der Saison, bevorzugt aus biologischem Anbau und fairer Produktion/Handel. Auf gentechnisch veränderte Rohstoffe, synthetische Zusatz-, Konservierungs-, Aroma- und Farbstoffe, Süßungsmittel, Geschmacksverstärker und Prozesshilfen wird verzichtet.”

Wie passend: 2. Advent – heute(!) –  ist wieder Naschmarkt – Lebkuchen, Plätzchen, Schokolade, Kuchen, Torten, Macarons, Cakepops oder Marmelade… – von 12 -18 Uhr.

nasch1nasch3nasch6nasch4nasch5nasch2Fortsetzung.

Sonnensturm in der Tasse

Wer sich “Glühwein” aus dem Plastikkanister zuführen will, hat gerade wieder die Qual der Wahl. Wohin man schaut und riecht – er ist schon da. 2012 habe ich mich diesem Thema auf dem Ingolstädter Christkindlmarkt einmal genauer angenommen. Es dürfte sich seither nichts geändert haben. Neue, weiterführende Infos sind natürlich, wie immer, herzlich willkommen!

Seit 2013 wird neben dem Theatervorplatz auch der Paradeplatz vorweihnachtlich bespielt. In der dortigen Winterzauberhütte von Wolfgang Erhard gibt es aktuell (immerhin!) den Bio-Glühwein “Heißer Hirsch” (noch nicht probiert).

Lust auf ein Alternativprogramm?

mu 2014eIm mundgerecht spielt dazu seit Mitte November wieder einmal die Musik! Sonnensturm in der Tasse. Aus Notwehr gegen das todtraurige Angebot geboren. Handwerklich hausgemacht.

Einmal (seit 2011): Köstlicher alkoholfreier Apfelpunsch. Die Äpfel stammen aus heimischen Gärten der Familie in Breitenhill. Deren Saft ist verfeinert mit Bio-Zitronen und Bio-Zimt. Ohne Zusatz von Zucker. Und dann der herrliche Glühwein (seit 2010): Herzstück ist ein roter Cabernet aus Pieve di Soligo (Venetien). Weiter in der Flasche finden sich Bio-Orangen, Bio-Nelken, Bio-Zimt, Kardamom und Ingwer. Leicht gesüßt wird mit Blütenhonig von der lokalen Imkerei Max Wittmann. Entweder vor Ort genießen, oder sich für zu Hause die ein oder andere Flasche mitnehmen. Noch bis Mitte Januar.

mu 2014fmu 2014hmu 2014cIch kenne jemanden, der sagte einmal: “Wenn ich nur noch eine Stunde zu leben hätte, ich würde eine Tasse Glühwein trinken.” Soweit werde ich niemals kommen… Immerhin aber, seit ich den mundgerecht-Glühwein probieren durfte, hat die saisonale Gepflogenheit Wein zu erwärmen nun auch in meinem Leben Raum.

Außerdem: Heute geht es mit dem Adventskalender los! Nachdem bei der mundgerecht-Version bereits alle Türen offen sind, bleibt die Überraschung leider auf der Strecke. Andererseits – wann hat uns (Alten) ein Adventskalender zuletzt überrascht? Feiner dürften nicht viele sein:

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Marginalie (31) – Rettungsring

Der Bericht vor dem Mittagessen war jetzt vielleicht doch ein bisserl viel Burgenland… Österreich… Oder zu wenig? Zu wenig! Solche Sehnsuchtsanfälle – namentlich wenn dann auch noch Wien ins Spiel gerät – sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wohl dem, der jetzt weiß wo er – ohne die Koffer zu packen – schnelle Tröstung und Erbauung erfährt: Pfarrgasse 6 – “Patisserie Chocolaterie mundgerecht”:

mundgerecht sacherGeretttet!

En passant – viele Läden reden heute von der Verwendung regionaler Produkte. Ein Blick auf die Website von mundgerecht zeigt, wie das wirklich geht – Respekt!

mundgerecht lieferanten(30) – Marginalie – (32).

 

Himmlischer Hochgenuss (wenn auch zu früh)

Seit Montag gibt es beim Erhard wieder Lebkuchen. Vor weniger als zwei Wochen endeten erst die Sommerferien… Diese Feststellung musste jetzt sein! Bekanntlich schätze ich Lebkuchen. Meine Saison beginnt aber traditionell nicht eher als zwei Wochen vor der Adventszeit – heuer also am 16. November. Dann jedoch fallen alle Hemmungen…

Was wäre die Regel ohne Ausnahme?! Am Sonntag gab es Gelegenheit die Vorfreude ordentlich anzuheizen. Und ich machte sie. Die Ausnahme. Stolze 16(!) verschiedene Sorten umfasst das aktuelle Lebkuchen-Sortiment vom Erhard. Alle wurden präsentiert und baten, nein beschworen die Besucher, verkostet zu werden.

erhard leb1erhard leb2Was soll ich sagen? “Kostet und seht, wie gütig der Herr ist” heißt es im Buch der Psalmen (34 Vers 9)... Handwerk in Vollendung. Eine runde Sache (frei nach Günter Grünwald). Entzücken. Die Lebkuchen-Instanz.

Der Meister – Wolfgang Erhard – im Kreis seiner Geschöpfe:

erhard leb3Jedes Jahr gibt es eine neue Kreation. Immer wieder gerne kommt extra prima good seiner Chronistenpflicht nach: 2010 Holunderbeer. 2011 Caramel-Krokant. 2012 Vanille-Birne. 2013 Aprikose-Ingwer. Letzterer hat es nicht mehr in die Startaufstellung geschafft.

By the way. Auf dem letzten Foto auch das Logo rechts unten gesehen? Seit Gründung von Slow Food Ingolstadt (2007) ist die Bäckerei Erhard dabei. Freude am Detail? Der Honig im Lebkuchen Honig-Mandel kommt vom feinen Bienenhof Pausch (Bioland).

Moritz löst jetzt die Spannung. Neu 2014 – Haselnuss-Nougat:

erhard leb4Achtung Suchtgefahr! Ich empfehle zur Bewahrung des Status quo parallel zum Genuss unbedingt den Gesamtenergieverbrauch entsprechend zu erhöhen…

Die Garnierung wie auch die Füllung des Neulings besteht aus piemontesischen Haselnüssen. Für weitere Experimente darf ich als Anregung die Schätze unserer Region – Holledauer Haselnuss – nach vorne bitten.

Ausblick: Vom 27.11.14 bis 06.01.15 ist wieder “Winterzauber” auf dem Paradeplatz. Und Wolfgang Erhard ist erneut mit einer Hütte (diesmal zweistöckig) am Start (bereits ab 19.11.). Die Speisekarte kann sich bereits sehen lassen! Neu der “Hütten-Burger” (Bio-Rindfleisch) und erfreulicherweise wieder die Bio-Bratwürste vom Metzger Prosiegel:

erhard leb5Lebkuchen gibt es natürlich auch!

Wer hat´s erfunden? Die Irokesen

Ein lieber Freund ist Kanadier. Er kommt aus der Provinz Ontario, ganz im Osten, gleich über dem Ottawa River liegt die Provinz Québec. Slow Food hat uns zusammengebracht. Kulinarisch fällt jetzt zwingend das Produkt dieser Region: Ahornsirup! Ein wunderbares, reines Naturerzeugnis – eine beachtliche Zutat für das im Wortsinne dolce vita.

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Einheitsdesign aller Sirupabfüllungen aus Québec

Vom letzten Weihnachtsbesuch in der Heimat brachte er zum munteren Probieren vier Dosen in den Klassifizierungen – light, medium, amber und dark – mit. Die Geschmacksintensität steigt mit der Farbsättigung.

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Infodestillat: Anteil Kanada Weltjahresproduktion: Gute 85 % – davon ca. 90 % Québec. Rest USA (Neuenglandstaaten). Erntezeit Ende Februar bis April – dazu unbedingt notwendig Nachtfrost und gleichzeitig tagsüber Temperaturen über den Nullpunkt. Dann steigen die Säfte des Zucker-Ahorn aus den Wurzeln in den Stamm. Dieser wird angebohrt und der Saft gesammelt. Durch verkochen entsteht Sirup, der Zuckergehalt steigt von ca. 2% auf ca. 66%, es entwickelt sich das charakteristische Aroma. Als Entdecker und Erfinder der Köstlichkeit gelten die Irokesen.

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Nach der puren Verkostung (medium bis amber sind meine Dosen) brutzelte der Gastgeber zum späten Frühstück einen Kalorienamboss der gleich in dreifacher Hinsicht dem feinen Sirup kongenial die Hand reichte. Einmal mit dem säuerlichen Schmand, dann mit den dicken in der Pfanne gebratenen Brotscheiben (getränkt in Milch, Orangenschale, Zimt, Eiern, Zucker, Vanille und Double crème) und schließlich mit dem knusprigen Speck (Quelle: Wolfgang Speths Schinken Ambiente). Nicht ein Geschmacksrezeptor hat sich beschwert! Allerdings setze ich diesem Schmaus gerade die ganze Fastenzeit entgegen… Das Rezept (ohne Speck) stammt von Yotam Ottolenghi und nennt sich super french toast:

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Welche Nationalflagge steht regelmäßig auf dem Schönheitstreppchen? Genau. Auf dem weißen Feld in ihrer Mitte ist ein 11-zackiges, rotes Zuckerahornblatt(!) abgebildet. Wikipedia weiß zudem: “Die elf Zacken des Ahornblattes entsprechen nicht dem Original in der Natur, das 23 Zacken besitzt.”

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