Zum Dahinschmelzen

Vor einigen Wochen war ich zur abendlichen Brotzeit im Landgasthof Wagner. Zum Nachtisch ermahnte mich Michael Wagner unbedingt eine Kugel „Goldenes-Milcheis“ (Kurkuma-Latte mit Ingwer) zu probieren. Was wäre man ohne gute Berater?! Und was war das für ein Genuss!!! Wer? Wo? Wie? Und überhaupt? Die Antwort: Die Bio Eiswerkstatt da´Oberlipp in Pirkach (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz).

Letzte Woche war ich in der Gegend. Und natürlich war ein Besuch bei Christine und Beppo Zschaber unumgänglich:

Beppo und Christine Zschaber

Die beiden stellten sich als weiterer Genuss heraus! Seinem Essen ein Gesicht geben – ich werde dieses Bestreben nie mehr aufgeben.

Gleich neben der Manufaktur, die sich in einem schlau dafür umgebautem Container befindet, leben und wirken die wichtigsten Mitarbeiterinnen: +/- 60 Milchkühe (Fleckvieh) mit Stier (eigene Nachzucht):

Die Landwirtschaft gehört Lisl (Schwester von Christine Zschaber) und Matthias Diepold. Sie ist Bio zertifiziert nach den Naturland Richtlinien.

Am selben Abend waren die Zschabers sogleich spontane Gäste beim monatlichen Stammtisch von Slow Food Ingolstadt, der diesmal im nahe gelegenen Fuchsbräu in Beilngries tagte. Der Nachtisch war damit geklärt – Danke für die Mitbringsel!

Restbestände (heldenhaft gesichert) wurden am Folgetag zu Hause der Familie verfüttert:

Die geschöpfte Auswahl ist beachtlich:

Für weitere Infos lasse ich am besten Christine Zschaber selbst zu Wort kommen:

Seit wann gibt es die Eiswerkstatt?
Seit Sommer 2017 (im Juli haben wir das erste Eis verkauft).

Warum Bio?
Da mussten wir eigentlich überhaupt nicht überlegen. Entweder gscheit oder gar nicht (und mit gscheit meinen wir: ALLE Produkte aus ökologischer Landwirtschaft, keine Spritz- und Düngemittel, keine Gentechnik, etc.) Langfristig führt unserer Meinung nach kein Weg für die Erde an ökologischer Landwirtschaft vorbei. Wir selbst beschäftigen uns seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Nahrungsmittel – also Herkunft, Anbau, Herstellung, Verarbeitung, Verpackung, Handelswege. Und als meine kleine Schwester dann vor ein paar Jahren auf den Hof der Diepolds „eingeheiratet“ hat, waren wir natürlich mitten drin im Thema.

Woher kommen die Rezepturen?
Das Handwerk hat Beppo bei naja – nennen wir ihn „Deutschlands Eisprofessor“ Uwe Koch gelernt. Er gibt sehr gute Kurse für Eiscafés, Hersteller, Restaurants & Co. Und da haben wir auch die Grundrezepturen her. Aber mittlerweile tüfteln wir fleißig selber neue Rezepturen aus. Wie z.B. das Goldene Milcheis (die Idee kommt aber von meinem Papa) oder das Joghurt-Dirndl-Eis mit Kornelkirschen. Für die Hammermühle in Hohenburg machen wir z.B. ein Joghurt-Sauerampfer-Eis. Auch gemeinsam mit den Gastro-Kunden kreieren wir immer wieder neue Sachen.

Woher kommen die Rohstoffe?
Milch vom Hof der Diepolds. Joghurt fürs Eis wird auch selbst angesetzt. Bio-Haselnüsse aus der Holledau vom Neumeier, Bio-Kürbiskernöl und -kerne vom Kürbishof Schnell im fränkischen Kammerstein, Bio-Streuobstsäfte (für z.B. Quitteneis & Birneneis) vom Bio-Streuobsthof Stöckl im niederbayerischen Rohr. Erdbeeren vom Demeterhof Ehemann in Oberndorf bei Freystadt (selbst gepflückt 🙂 , Eierlikör vom Biohof Pilhofer in Neukirchen, Bio-Honig von der Imkerei Kieweg in Neumarkt, Nussmuse von Eisblümerl aus Lauterhofen. Die restlichen Zutaten bestellen wir beim BioMarkt Dinkelähre in Neumarkt, bei Rapunzel, Demeter Felderzeugnissen (Obst) und beim Ökoring.

Wie ist die Aufgabenverteilung zwischen euch beiden?
Beppo kümmert sich um die Produktion (Eis, Joghurt, Milch), verkauft auch hauptsächlich auf den Märkten, macht den Einkauf und die Bestellung. Ttja und ich um den Rest – also sprich Marketing, Website, Buchhaltung, Veranstaltungen, Schreibkram und Organisatorisches wie Bio-Kontrollen & Co.

Was bedeutet „da´Oberlipp“?
da´Oberlipp heißt: der Oberlipp 🙂 Das ist der Hofname, und ganz früher gab es mal einen großen Hof, das war der Lipp (das hab ich leider noch nicht rausgefunden, woher das kommt). Und dann wurde der Hof vor mehreren Generationen aufgeteilt und übrig blieben der Unterlipp (unser Nachbar) und der Oberlipp.

Zukunftspläne?
Weiterhin gutes Eis produzieren, weitere Milchprodukte: Fruchtjoghurt, Quark, Frischkäse, und eventuell sogar auch Käse (mit Hilfe eines mobilen Käsers, falls wir jemand Gutes finden) – naja Beppo träumt quasi irgendwann von einer kleinen Molkerei, vielleicht auch in Zusammenarbeit mit anderen Bio-Landwirten aus der Region – aber wie gesagt das sind Träume. Wir werden auf jeden Fall in ein paar Jahren ein größeres Gebäude bauen, der Container war letztes Jahr eine einfache, smarte und überschaubare Lösung.

Wenn Ihr Denis Scheck (moderiert das Literaturmagazin „Druckfrisch“ in der ARD) kennt, dann ist Euch auch sein steter Spruch in der Sendung bekannt, den ich hier in Anlehnung an ihn schon immer einmal bringen wollte: Also vertrauen Sie mir, ich weiß was ich tue, und probieren Sie die Köstlichkeiten von der Bio Eiswerkstatt da´Oberlipp!

Ein Wunsch. Wollt ihr euch bitte einmal salzigem Karamell widmen?!

Fingerzeig (47) – Mitarbeiterin des Monats

Heute durfte ich zur Kenntnis nehmen, dass es in Ingolstadt Eis für Hunde gibt… Musste sofort daran denken! Bei einer Lebenserwartung von 250.000 Jahren würde ich mich damit so ab dem 249.743sten Lebensjahr – kurz – beschäftigen. Bis dahin kümmert mich stetig aufs Neue die Frage, woher die Milch in meinem Milcheis kommt. Es gibt dazu in Ingolstadt – in der Steuartstraße 2 – eine sehr, sehr gute Antwort:

Die Eismacher verwenden diese hier.

(46) – Fingerzeig – (48).

Eiszeit 2018

Am Dienstag war Frühlingsanfang. Morgen ist Palmsonntag. Heute Nacht wird auf Sommerzeit umgestellt. Die Richtung steht. Musik ab!

Gestern hat mein Eisladen aufgemacht! Er geht in seine die dritte Saison. „Die Eismacher“ (Steuartstraße 2) hier der erste von nicht wenigen Auftritten im Blog. Welcher Gelatiere in Ingolstadt kann mit solchen Rohstoffen glänzen?

Mit dieser Sorte ging es übrigens in die Winterpause 😉  2018 sind erstmals jene Sorten am Start:

„Frankenstein“ ist eine blutrote Kreation aus erinnerlich Heidel- und Himbeeren. Seeehr intensiv. Ein Kontrapunkt zu den sicher blutleeren Einzelteilen, mit denen Victor Frankenstein sein Wesen formte?

Ansonsten gibt es derzeit Belgian Chocolate, Vanille, Mohn, Milchreis(!), Haselnuss, Salty Pop, Sauerrahm Granatapfel, Joghurt, Mango mit Ingwer und Pistazie.

Die weitere Aussicht bleibt erfreulich:

Fürs städtische Eisprotokoll: In der Kreuzstraße 3, im ehemaligen Laden der Bäckerei Lang (danach war dort der Industriebäcker Wünsche), hat das feine Restaurante Stella d’Oro (Griesbadgasse 2) bereits vor einigen Wochen eine Eisbar eröffnet. Für ihre Milcheissorten verwenden sie ebenfalls ausschließlich Biomilch (entweder von den Molkereien Scheitz (Andechser) oder Berchtesgadener Land). Darunter sollte es eigentlich auch kein Eiskäufer mehr machen… Die Eisbar läuft locker nicht wenigen Eisäden der Stadt den Rang ab. Die Spitze allerdings bleibt für mich unangefochten. Ausprobieren!

Lebkuchen 2017

Wer steckt dahinter?

Das Ding ist keine FAZ – die bekannte Feststellung würde hier aber auch passen… Es ist trotzdem nicht schwer. Wer steckt in Ingolstadt hinter einem richtig geilen Lebkuchen? Genau!

Es ist wieder an der Zeit. Nicht für mich, ich werde brav bis zur Adventszeit warten. Aber zur traditionellen Präsentation (siehe jene von 2016, 2015 und 2014) mache ich gerne eine Ausnahme. Was wäre das Leben ohne sie?! Schauplatz waren heuer – heute – erstmals die Gewächshäuser der Gärtnerei Trögl:

Der Nachschub hatte einen guten Tag. 17 verschiedene Sorten satt! Groß und Klein ließen es sich schmecken:

Immer mit Spannung erwartet – welche Sorte ist neu? 2017 kommt Kürbis-Chili ins Team:

Der sehr gelungene Kandidat entstand in fruchtbarer Slow Food-Kooperation mit der Familie Hiermeier aus Wellheim. Im Lebkuchen finden sich nämlich unter anderem deren Kürbiskerne, Kürbiskernöl und Kürbiskernmehl. Schön ist das!

Von Bord für Kürbis-Chili ging diesmal – ein Novum – keine Sorte. Mein persönlicher Favorit ist und bleibt

gefolgt von

Das eine kommt, das andere geht. So war heute der letzte Tag der Saison für die Eismacher in der Steuartstraße (bekanntlich ebenfalls directed by Wolfgang Erhard). Und welche Sorte gab es gestern und heute zum Abschied? Sind das nicht schöne Details? Und extra prima good beleuchtet sie 😉

Endlich wieder da!

Doch jetzt noch ein kleines Vorwort. Heute schreibt mal nicht der padrone sondern Moritz (zum ersten Mal!). Denn mein Papa war letztes Wochenende nicht da, sondern auf dem Terra Madre Salone del Gusto (da kommt auch noch was :-). Jetzt aber endlich ran an den Lebkuchen!

Ich war am 25. September im Westpark bei der Lebkuchen-Saisoneröffnung der Bäckerei Erhard (Berichte von 2015 und 2014). Die Veranstaltung ging von 13 – 18 Uhr. Wie immer freute ich mich wahnsinnig darauf. Dieses Jahr gibt es neu: „Cocos-Mango“. Gehen muss aber dafür: „Maroni-Vanille“. Hier wird er stolz vorgestellt:

lebkuchen-2016Wie immer gab es ein Festmahl an Lebkuchen durch die man sich hindurchfuttern konnte. Der Neue schmeckt ganz OK – mein persönlicher Liebling ist und bleibt „Caramel-Krokant“. Zum Schluss hätte ich noch eine Frage an euch: Was ist euer Liebling? Die Lebkuchen sind ab sofort beim Erhard zu haben und ab dem ersten November auch bei den Eismachern erhältlich (Eis gibt es dann erst wieder im Frühling).

Das soll es auch schon gewesen sein. Bis bald. MORITZ