Wo das Gemüse fast in die Küche wächst

Als Ingolstädter toure ich nach Regensburg (sehr gerne) oder Nürnberg (gerne). Sehr selten befahre ich die Autobahn (A3) zwischen diesen beiden Städten. Geschieht dies aber doch einmal, gilt es unbedingt – ziemlich in der Streckenmitte – im Winkler Bräu in Legenfeld einzukehren. Das herrliche Wirtshaus ist selbstredend im Slow Food Genussführer gelistet.

Vergangener Juli. Regionaltreffen der Genussführer-Kommission Deutschland. Autobahn A3. Mittig zwischen Regensburg und Nürnberg. Neuland: Hilzhofen. Hier findet man den Landgasthof Meier. Ich mache es ganz kurz: Hinfahren!

Zum Thema “regional” und “saisonal” schon einmal sowas in einer Speisekarte gelesen?: “Erst bei Bestellung wird der Salat von unserem Gemüsefeld frisch geerntet”.

meier (5)Das Feld beginnt unmittelbar beim Hinterausgang zur Küche:

meier (4)Eine (von mehreren) Gaststuben gibt durch Fenster am Tisch den Blick in die Küche frei:

meier (1)Und was hier entsteht, lässt sich wahrlich sehen! Und sehr fein schmecken!!

meier (3)Wirtsleute – Claudia und Michael Meier – aus dem Bilderbuch:

meier (2)meier (6)Auch dieses Haus ist selbstverständlich im Slow Food Genussführer. Und ein guter Grund sich rein seinetwegen auf den Weg zu machen und Nürnberg links und Regensburg rechts liegen zu lassen…

Auf dem Heimweg (nach nur 10 km) führte dann doch kein Weg vorbei. Am spektakulären Kupfer Spezial beim/vom Winkler Bräu:

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Veränderung im Artusiana

Wer das Artusiana in meinem Blog sucht wird gut fündig. Seit der Eröffnung im März 2012 begleite ich Katia Garellis wohltuendes Wirken. Umwege eingeschlossen. Nun gilt es von einer Veränderung zu berichten! Ich bitte dazu aber zunächst um Geduld …

… für ein leider vernachlässigtes Thema: Kindergeburtstage. Genauer: Essen auf Kindergeburtstagen. Es ist erstaunlich wie oft die Liebsten dabei das Schlechteste bekommen… Gerne würde ich in diesem Zusammenhang den 64 Grundregeln Essen von Michael Pollan eine weitere hinzufügen: Was Dir von einem Clown gereicht wird, ist kein Lebensmittel!

Bisher wurden bei uns alle Wiegenfeste selbst bekocht. Dieses Jahr lockte Neuland. Selbst ist der Bub, das Mädchen! Eine Achterbande. Im Artusiana. Motto: Very Happy Meal:

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Die am Anfang angesprochene Veränderung fehlt noch. Katia Garelli hat ihr Artusiana verkauft. Aus ganz privaten Gründen. Ich werde ihr herzliches, ansteckendes Lachen in dem wunderbaren Kleinod in der Schäffbräustraße 3 vermissen. Mindestens das…

Aber die Welt geht nicht unter – das Artusiana bleibt! In guten Händen. Seit 01.07. führen es Maria Simeoli (aus Neapel) und Sopi Aferdita (aus Bergamo):

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Maria Simeoli und Sopi Aferdita.

Maria ist von Anfang an dabei. Sie weiß daher wie der Laden tickt. Und sie will weitermachen wie bisher – so hat sie es mir versichert. Eine beruhigende Nachricht.

Nachsatz: Die Slow Food Familie bleibt auch bestehen. Das Artusiana als Unterstützer. Katia als Mitglied.

Über allen Gipfeln Ist Ruh und das Zucker(l)

Wirte und Produzenten zu finden, die im Sinne von Slow Food gut, sauber und fair arbeiten, ist die Aufgabenstellung des Produzenten– und Genussführers. Letzterer ist schon weit gediehen (Buch, 2. Ausgabe!), Ersterer (Mammutaufgabe!) steckt noch in den Kinderschuhen. An beiden Projekten arbeitet Slow Food Ingolstadt leidenschaftlich mit.

Will man vor seiner Haustüre kehren, sollte man wissen, wo diese ist. Selbstbewusstsein ist gefragt: Für welche Region ist Slow Food Ingolstadt ganz konkret verantwortlich? In sehr freundschaftlicher Abstimmung mit unseren Nachbarconvivien (das sind im Uhrzeigersinn: Nürnberg, Niederbayern, München, Augsburg und Altmühlfranken) wurde die Frage beantwortet. Im Ergebnis bestätigten sich territorial zunächst 95% der seit Jahren gelebten Gefühlslage. Und en passant kam heraus, dass es nach Osten hin keine gemeinsame Grenze mit Slow Food Regensburg-Oberpfalz gibt… schade eigentlich.

Zu Slow Food Ingolstadt gehören damit die Landkreise Eichstätt, Pfaffenhofen, Neuburg/Schrobenhausen und die Stadt Ingolstadt. Und die restlichen 5%? Das sind die Städte Riedenburg und Dietfurt a.d. Altmühl. Hier signalisierte das Convivium Niederbayern alte Jagdgründe… Georg Flingelli ist der Häuptling der Niederbayern. Er ist nicht nur hochsympathisch, sondern auch sehr weise… Seht her: Jedes Jahr im Sommer – für alle Zukunft – wird das Convivium Ingolstadt den Niederbayern Freibier andienen (Gerhard Polt: “The idea of Freibier in Bavaria is deeply religious!”) – vom Riedenburger Brauhaus im Gasthof Stirzer in Dietfurt! Vor zwei Wochen wurde die Übung begonnen:

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Auf der Zielgerade gab es von Flingelli zwar noch einen Nachverhandlungsversuch:

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Zu spät. Über Riedenburg und Dietfurt weht die richtige 😉 Fahne. Stirzer-Wirt Sepp Hierl ist Zeuge!

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Es war ein sehr genüsslicher und langer Abend an unserer gemeinsamen Tafelrunde. Auch Braumeister Max Krieger und seine Frau Katrin gesellten sich dazu – Danke für die beiden Fässer!

Freu mich bereits heute auf nächstes Jahr… Mein absolutes Lieblingsgericht vor Ort: Nudelfleckerl mit Speck/Krautfüllung (mit zerlassener Butter und frisch geriebenem Hartkäse):

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Nicht wenige blieben über Nacht. Am nächsten Morgen war nämlich noch eine gemeinsame Wanderung entlang der Weißen Laber angesetzt. Eine herrliche Landschaft. Wie eigentlich immer zuseiten von Gewässern… Wandern macht durstig. Wir kamen durch Oberbürg. Niemand hatte hier das Gasthaus Zucker auf dem Schirm. Das Nasenschild mit dem Wappen des Winklerbräus Berching löste rundherum unverzüglich breites Lächeln aus:

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Wandern macht auch hungrig. Es war späte Mittagszeit. Die Ersten begannen in der sehr übersichtlichen (gut!) Karte zu blättern. Auf den Tischen fand ich diese beachtliche Begrüßung:

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Eigene Landwirtschaft. Eigene Tiere. Eigene Schlachtung. Der Senior-Wirt Xaver Zucker ist gelernter Metzger und “fasste … 1993 den Entschluss, sich noch mehr den Gästen zu widmen und die Arbeit bei Audi aufzugeben” (Donnerwetter – das kennt man leider nur umgekehrt!). Schwiegersohn Michael Kniffka ist ebenfalls Metzger. Seine Frau Christine gelernte Köchin. Es war klar: Wir hatten eine Perle rausgetaucht!

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Es war köstlich! Die saisonalen, frischen Salate. Die Spätzle, die verschiedenen Soßen, Griesnockerl – alle hausgemacht. Ohne industrielle Helferlein. Bratwurst, Blutwurst, Leberwurst, Schinken und Presssack – zum Mitnehmen – allesamt ohne Geschmacksverstärker.

Xaver und Maria Zucker (die Kniffkas scheuen die Kamera):

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Gasthaus Zucker, Oberbürg 7, 92345 Dietfurt, Tel. 08464/569 (keine Website). Montag Ruhetag. Sonn- und feiertags Mittagstisch. Brotzeiten immer.

Oberbürg ist ein Stadtteil von Dietfurt…………..! Unsere Genussführergruppe ist nicht immer zu beneiden… dieser Kandidat ist eine Beglückung!

Zu guter Letzt noch ein Tipp: Die Niederbayern haben einen ganz ausgezeichneten Blog: (s)lower bavaria

Marginalie (36) – Hellas ist überall

Man kommt dem Thema einfach nicht aus:

griechenland1Ich bin damit aber vollkommen einverstanden. Schließlich war der Wittelsbacher Otto Friedrich Ludwig von 1832 bis 1862 erster König von Griechenland.

Für mich der mit Abstand beste Grieche der Stadt: Restaurant Aphrodite, Kreuzstraße 4, 85049 Ingolstadt, Tel. 0841/32886:

griechenland2Gemessen daran, dass Griechenland eine der köstlichsten Länderküchen der Welt bietet und es dem Aphrodite in Ingolstadt faktisch an satisfaktionsfähiger Konkurrenz fehlt, wäre aber noch einiges an Luft nach oben drin… Ich sage das, weil ich den Laden von Jiorgos mag!

PS: Leider habe ich immer noch keine (sichere) Einkaufsquelle für meinen Lieblings-Ouzo “Pitsiladi” – siehe unter WANTED !

(35) – Marginalie – (37).

Diagonal macht mit. Und noch mehr Zuwachs!

Die Slow Food Familie in der Region wächst und gedeiht. Jetzt ist das wunderbare Diagonal als Unterstützer dabei – herzlich willkommen! Der aufmerksame Besucher hat die Flagge hinter der Bar sicherlich schon entdeckt:

diagonal sf1Sie symbolisiert unser Stammtischlokal in Ingolstadt – der nächste findet hier übrigens am 08.10.2015 ab 19:30 Uhr statt (zuvor sind wir nächste Woche hier und im August dort – alle Termine auf der Website von Slow Food Ingolstadt).

Kommt man durch das Kreuztor in die Stadt, ist man nach wenigen Metern gleich gut im Zeichen der Schnecke aufgehoben – aber so was von! Die beiden Wirte Norbertus von Jordans und Reinhard Maier setzen Zeichen:

diagonal-sf2diagonal-sf3Und es geht weiter. Mit Lust und Wonne darf ich vermelden, dass jetzt auch das Landhotel Geyer in Pfahldorf

geyer logound das Gasthaus Spitzer in Osterwaal (kleiner Bericht) Slow Food Deutschland offiziell unterstützen – ebenfalls herzlich willkommen!

spitzer logoWer die Ideen von Slow Food gut findet, darf gerne Mitglied der Bewegung werden! Das geht ganz einfach hier. Unternehmen haben die Möglichkeit Slow Food finanziell zu fördern. Das funktioniert so. Die Unterstützer erkennt man 2015 wahlweise an diesen Bannern:

unterstützer 2015Aktuell gibt es davon 26(!) in unserer Region. Was für eine prächtige Sammlung!

Historischer Gasthof Stirzer, Cafe Bar Schwedenschimmel, Beckerwirt, Brauereigasthof Neuwirt, Gasthaus Stark, Köschinger Waldhaus, Landgasthof Wagner, Pasta Fresca e Salsa Artusiana, Hotel Gasthof Fuchsbräu, Projektmanagement Fiß, Bäckerei Erhard, Patisserie Chocolaterie mundgerecht, Spargelhof Rehm, Bienenhof Pausch, Das Obstkistl, Metzgerei Joseph Huber, Ars Vivendi, The Golden, Donaupoint, Schinken Ambiente, Weinschmecker, Brauerei/Gastwirtschaft Schattenhofer, Riedenburger Brauhaus, Diagonal, Landhotel Geyer und Gasthaus Spitzer.