Wien – wieder einmal

In den Tiefen meiner to-publish-Liste schlummerten noch Beweismittel wunderbarer Tage in Wien. Vergangenen Sommer. Wien… Sie erblicken hiermit das Licht. Einmal als Knoten im Schnupftuch für mich (to-do-Liste) und natürlich, weil man doch eigentlich nie genug dienliche Fingerzeige bekommen kann?!

Es gibt viele gute Gründe den Prater zu meiden. Und zwei sehr gute um ihn aufzusuchen. Nummer eins, selbsterklärend:

wien2014 (2)Und Nummer zwei – Karl Kolariks Schweizerhaus (tatsächlich… im Slow Food Guide Österreich gelistet). Mit frisch geriebenem Kren und einem langsam gezapften Budweiser Budvar. Achtung Winterpause (bis einschließlich 14. März):

wien2014 (1)Fenster auf! Ich will mich richtig weit rauslehnen: Eines der besten Frühstücke, die es weltweit zu haben gibt! Wo? Landstraßer Hauptstraße 4, Joseph – Bäckerei Patisserie Bistro. Drei Übernachtungen. Drei Mal fuhren wir mit der U-Bahn durch die halbe Stadt, um den Tag hier zu beginnen.

Einmalig. Oder schon mal so ein Angebot bekommen? Bei den Eiern hat man die Wahl von drei(!) Hühnerrassen:

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wien2014 (8)wien2014 (4)wien2014 (9)Das Grüne ist Rucola-Kresse. Kannte ich zuvor nicht. Sehr feiner, frischer Geschmack. Wer eine Quelle dafür in Ingolstadt hat… Danke!

Das Joseph Bistro hat im November 2013 aufgesperrt. Katharina Seiser hat sich damals schon ihre lobenden Gedanken zu ihm gemacht.

wien2014 (16)wien2014 (3)Auslöser für diesen Wienbesuch war der (überfällige) Besuch der Vievinum. Dem Stelldichein der Winzer Österreichs in der prächtigen Hofburg.

wien2014 (6)Kurz bevor ich jeden Überblick verlor (gänzlich angstfrei), hatte ich mir gemäß der guten Verkostungsnotizen (für hoffentlich bald anstehende Weinreisen) nachfolgende drei Güter (Schnupftuch!) vorgemerkt: Salomon Undhof, Weingut Schwarz und (nachfolgendes Bild /Leopold Uibel) das Weinhof Uibel:

wien2014 (7)Weitere unmittelbare Konsequenz des Hofburgbesuchs – weil dort mit Michael Andert geplant und beschlossen: Vier Monate später besuchte der Winzer Slow Food Ingolstadt zu dieser sehr genussvollen Veranstaltung.

Am Abend trank ich Bier. Zu wunderbarer Wiener Küche im “Pöschl” (Weihburggasse 17). Ebenfalls im Slow Food Guide Österreich gelistet.

wien2014 (15)Gleich um die Ecke liegt übrigens der heimelige Franziskanerplatz. Dort sitzt es sich gut. Und da gibt es diese spektakulären Tramezzini.

Zwischendrin kurzer Ausflug zum “Merkur Hoher Markt”. Der Lebensmittelhändler pflegt eine Kooperation mit Slow Food Wien:

wien2014 (5)Zurück zum Wein. Das Wochenende brachte dazu eine weitere, sehr beachtliche Veranstaltung nach Wien. Die RAW. Eigentlich nur in London beheimatet, schlug sie erstmals hier ihre Zelte auf. Es geht um “Naturwein” (Natural wine, Artisant wine, Naked wine, Orange wine):

wien2014 (13)wien2014 (14)Vielleicht schreibe ich mal was über “Naturwein”. Allein, gerade fehlt mir die Lust dazu. Nicht zuletzt weil hier wahrscheinlich gilt: “Ach, Luise, lass … das ist ein zu weites Feld“. Nachhaltig im Gedächtnis blieb mir aber in jedem Fall ein ausgezeichneter Grüner Veltliner von Matthias Warnung – vierter Knoten:

wien2014 (20)Zuletzt traf ich Meinrad Neunkirchner in München. Zuvor natürlich in seinem Wiener Biotop, dem Freyenstein. Gang um Gang – kein Streichergebnis! Selbstredend im Slow Food Guide Österreich:

wien2014 (24)wien2014 (18)wien2014 (23)Und auch auf dem Weg nach Hause verzichteten wir bei der Wahl der Raststätte – Weingut Nigl – auf jeden Gedanken an Entsagung. Ist schon fein, wenn der Winzer eine eigene Restauration hat:

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Fingerzeig (18) – Infoheft Kulinarik Altmühltal

Das ansehnliche Infoheft “Kulinarische Genüsse – so schmeckt das Altmühltal” ist soeben in seiner aktuellen Ausgabe für 2015 erschienen:

na 1Ich habe es zusammen (und im Vergleich) mit anderen regionalen Empfehlungsschriften (Ingolstadt…) vor zwei Jahren – hier – schon einmal hochgehalten.

So sollte eigentlich gekocht werden:

na 3In der Zeichenerklärung taucht dann natürlich auch Slow Food auf:

na 4Es gibt eine Online-Version.

(17) – Fingerzeig – (19).

Gasthof “Zum Prock”

“Hier kann man gut essen”. Diesen Tipp gab mir Michael Krieger (= Senior-Bräu vom Riedenburger Brauhaus) und meinte damit den Gasthof Zum Prock. Dieser befindet sich in Maierhofen – ca. 10 km nordöstlich von Riedenburg.

Am gestrigen Dreikönigstag stand eine Überprüfung der Empfehlung auf dem Familienprogramm. Um es gleich vorweg zu nehmen: “Hier kann man sehr gut essen”. Danke für den Tipp! Ich gebe ihn hiermit weiter.

prockwirt (7)Der Gasthof – geführt von den Wirtsleuten Nicole und Stephan Meier – hat sich das Motto “erhalten und genießen” gegeben. Dafür steht insbesondere die hauseigene Landwirtschaft. Diese wird seit Mitte 2007 nach Bioland-Kriterien bewirtschaftet. Ganz im Sinne der Slow Food Arche des Geschmacks haben sich die Meiers der Erhaltung alter (schmackhafter) Haustierrassen verschrieben. Daher werden vor Ort das “Lakenfelder Huhn”, die “Bayerische Landgans” und das “Coburger Fuchsschaf” gehalten und gezüchtet. Auf dem Dach sitzen tatsächlich Flugenten. Und in der Speisekarte sind vorbildlich die (weiteren) Lieferanten aufgeführt:

prockwirt (10)Das gute Bier kommt selbstredend aus Riedenburg:

prockwirt (1)Wir hatten:

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Rinder-Roulade mit Kartoffel-Kürbis-Püree, Reiberknödel und Apfelblaukraut

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Zwiebelrostbraten mit frischen Röstzwiebeln und Bratkartoffeln

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Schweinefilet auf Steinpilzsoße, hausgemachte Spätzle und Kartoffel-Krapferl

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Schoko-Zimt-Mousse mit dunklen Beeren

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Topfenstrudel mit Walnusseis

Regionalität und Saisonalität at its best. Alles frisch zubereitet, keine Geschmacksverstärker oder Fertigprodukte. Es gibt echte vegetarische Alternativen. Geckenfreie, gemütliche Gaststube. Aufgeweckter, herzlicher Service. Hilft aber alles nichts, wenn es nicht schmeckt. Diese Gefahr lauert allerorten – hier aber nicht – es war extra prima good! Öffnungszeiten beachten. Unbedingt reservieren!

prockwirt (9)Liebe Freunde von Slow Food Niederbayern (in deren Gefilden das Wirtshaus liegt): Am 30. April ist Redaktionsschluss für den nächsten Genussführer! Ihr habt ihn – wie man sieht – ja schon auf dem Schirm…

Gute Wirtshäuser muss man haben!

Mit Freude (es gibt sie!) und Stolz (es gibt sie bei uns!) hat eine kleine Abordnung von Slow Food Ingolstadt den wunderbaren Wirtsleuten, die in unserer Region mit ihrer köstlichen Küche im Slow Food Genussführer 2015 gelistet sind, ihre Urkunden überreicht.

Von links nach rechts: Sepp Hierl (Historischer Gasthof Stirzer), Josef, Maria und Emmi Beck, Andrea Ponschab (Beckerwirt), Josef Stark (Gasthaus Stark), Anke und Karl Deiml (Gasthof Neuwirt), Alexandra und Uwe Rühl (Köschinger Waldhaus), Renate und Johann Bauer (Gasthof Bauer):

genussführerwirteAlles zum Genussführerprojekt von Slow Food Deutschland hier. Die aktuelle Ausgabe 2015:

sf genussführer 2015

Ein letztes Servus im Mooshäusl

Die 1895 gegründete Ingolstädter Tischgesellschaft “Moosgmoa” hat einen Leitspruch der jedem Veränderer, jedem, der in der Zukunft eine neue Chance sieht, wie ein Amboss auf den Kopf fällt: “Es bleibt beim Alten!”

mooshäusl6Hauptquartier der Moosgmoa ist das “Mooshäusl”. Und tatsächlich – hier fließt die Zeit tatsächlich anders (das Foto ist von vorgestern!):

mooshäusl2Seit dem 6. Januar 1981 führen die Wirtleute Sieglinde und Josef Lögl das Haus und vor allem den kleinen, sehr feinen Biergarten. Ungezählte – immer gemütliche – Sommerabende habe ich hier verbringen dürfen. Und als die Kanzlei noch in der nahen Brodmühle residierte, wahrlich nicht wenige Mittage:

mooshäusl7 Es ist der Ort – ein Kraftplatz. Aber unbedingt auch die unaufgeregte, liebenswürdige Art und Weise wie die Lögls ihn bespielten. Einmal fragte ich ihn, woher er seinen Presssack bezieht. “Den Weißen vom Metzger Brucklacher, den Roten vom Metzger Rabl”. Donnerwetter! Wahre Größe erkennt man an Details… Ein herzliches Dankeschön dafür! Übrigens – beide Metzger haben zwischenzeitlich ausgewurstelt.

mooshäusl3Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass die beiden zum 31.12., ganz präzise am 21.12. aufhören und sich in den wohlverdienten Ruhestand verabschieden. Es gibt zwei Gerichte – außer den Brotzeiten – die im Mooshäusl eine Art Kultstatus genießen: Muscheln und Schäuferl. Beides habe ich nie probiert. Ersteres bringe ich persönlich mit dem Ort nicht in Einklang. Für Zweiteres habe ich bekanntlich eine Schwäche. Also ein letzter Besuch, eine letzte Aufwartung – vorgestern Abend:

mooshäusl4Köstlich. Da tut sich wirklich eine große Lücke auf! Laut Lögl kommt dieser Sie jetzt ins Stadtmuseum:

mooshäusl5Originalblatt und Urkunde von 1918! Er wurde aber nicht im Mooshäusl gespielt, sondern in der  “Schlachthof Restauration” in der Frühlingstraße 21. Mit am Tisch war auch Joseph Vogel. Dieser übergab Ende der 1950er Jahre das dortige Wirtshaus an den Vater von Josef Lögl… Dieser bewirtschaftete das Haus dann bis 1984. Seitdem steht es leider leer (Info aus Hans Fegerts immer wieder hilfreichem Buch “Alte Ingolstädter Brauereien und Wirtshäuser”).

mooshäusl1 Mooshäusl, Mooshäuslweg 1, 85049 Ingolstadt. Bin gespannt wie es weitergeht. Nichts bleibt beim Alten…