Fingerzeig (55) – KulturEssRaum Gube 20

Markus Hahnel hält in München die Fahne für gutes, sauberes und faires Essen hoch! So leitet er zum Beispiel Slow Food München oder ist Vorstand bei der Genussgemeinschaft Städter und Bauern. Letztere hat im vergangenen Jahr unter anderem die schöne Aktion „Zu Tisch – Besser iss das“ für (mehr) Fleisch aus artgerechter Haltung in den Münchner Gaststätten gestartet.

Jetzt hat er mal was für sich gemacht. Im Prinzip. Denn sein KulturEssRaum – Gube 20 wird bei hoffentlich vielen künftigen Veranstaltungen einen Platz für fruchtbare Begegnungen bieten. Solche Inseln sind wertvoll. Am vergangenen Freitag ging es los:

Gube 20 – KulturEssRaum – Gubestrasse 20 Rgb., 80992 München. Markus – alles Gute damit!

(54) – Fingerzeig – (56).

Europawahl 2019

Am kommenden Sonntag werde ich auf der alten Mainbrücke in Würzburg den ein oder anderen Schoppen – selbstredend Silvaner – genießen. Die Gefahr mein Wahllokal in Ingolstadt nicht mehr rechtzeitig zu erreichen, liegt somit schon im Bereich des Möglichen. Wer auf dieser einmaligen Brücke schon einmal mit einem guten Tropfen im Glas verweilte – der Blick weidet zwischen Main, Dom, Käppele und der Festung Marienberg – versteht was ich meine. Alle anderen nehmen sich das bitte vor.

Am Sonntag nicht zu wählen ist hingegen ausgeschlossen! Es wäre in den letzten 32 Jahren mein erstes Mal. Darum habe ich mich in der gestrigen Abendsonne – passend gewandet – meinen Briefwahlunterlagen gewidmet. Vierzig(!) Vorschläge. Durchaus nicht wenig Unsinn, gar Irrsinn dabei. Aber – man hat ja die Wahl.

Es gibt so viele Themen die mir wichtig sind. Einige ragen heraus. Ein Beispiel: Die EU hat 2017 für Agrarpolitik und die Förderung des ländlichen Raums rund 58 Milliarden Euro an Subventionen ausgegeben. Das war mit knapp 40 Prozent des gesamten EU-Haushalts der größte Einzelposten. Was mich dabei erheblich stört, ist die bisherige Art und Weise wie diese Gelder verteilt, an wen sie wofür ausbezahlt werden. Auf den Punkt gebracht wird systemisch Masse statt Klasse finanziell belohnt. Slow Food Deutschland hat hier die wissenswerten Fakten zur EU-Agrarpolitik hilfreich aufbereitet.

Ein weiterer kurzer Gedanke: Wer die bunte Demokratie (sucht euch eine Farbe aus) links liegen läßt, tritt rechts in die braune Scheiße… Liebe Leute – geht bitte zur Wahl! Es gibt niemanden in ganz Europa, dessen Stimme mehr zählt als die eure 😉

Von echten Liebhabern

Leben im Einklang mit den Jahreszeiten. Warten können! Auf Lebkuchen, Kirschen, Tomaten, usw. Dem echten Liebhaber von Erdbeeren schlägt erst dieser Tage das Herz bis zum Hals. Er behielt einen kühlen Kopf als man ihn verarschen und veräppeln wollte. Und ließ auch die bereits seit vielen Wochen von nicht wenigen Bäckern angebotenen Erdbeerschnittchen links liegen. Liebhaber die etwas auf sich halten, vermeiden den ejaculatio praecox…

Seit gestern gibt es hingegen ein untrügliches Zeichen zum Anker lichten: Das hochverehrte mundgerecht bietet seine ersten Erdbeer-Köstlichkeiten an. Die können warten. Und wissen warum! Gewachsen in Ingolstadt. Unter freiem Himmel. Plastikfrei. In Bioland-Qualität. Aus dieser feinen Quelle. Eine gelungene Mittagspause!

Und auch hier kann man warten: Beim hochgeschätzten Spargelhof der Familie Rehm im Schrobenhausener Land. Anbau ohne Plastikfolien. Zeit für Geschmack und Nachhaltigkeit! Mit ihnen haben erfreulicherweise auch Gastwirte die Ruhe weg – was bei leider viel zu vielen hochnervösen Gästen tatsächlich unter Mut zu buchen ist. Dazu gehören z.B. der Gasthof Stark und das Köschinger Waldhaus. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Landidee (Mai/Juni 2019) gibt es zur schmackhaften Zusammenarbeit der Rehms mit den Starks einen schönen achtseitigen(!) Bericht (Auszug).

Und jetzt haben sie es sogar auf das Titelbild(!) und in die Rubrik „Food Hero“ der druckwarmen Ausgabe des Slow Food Magazins 2019/03 geschafft – ich freue mich sehr für Euch!