Warm and long summer nights

This is a short post especially for my (very!) good friends Kirsten, Caroline and William. They live in Sarasota, Florida/USA. We last saw each other in 2015, when we had a blast while being their guests. Next year they will come to Europe again – hopefully. Miss you guys! William (Bill) was the one, who offered me my first dry hopped beer – that was in New York in the early nineties…

Well – these days I discovered (here) a very special beer. What a surprise! Have a look:

The writing on the bottle can be translated like this:

„Sarasota Summer Ale dry hopped
Inspired by warm and long summer nights in Sarasota, Florida, while sipping our unfiltered summer ales, you will find the sweetness of aromatic fruits and a pleasant bitterness of Hallertau Cascade and Saphir hops. The golden yellow refreshment for summer beer enjoyment.“

The beer is brewed in Pfaffenhofen, which is located about 35 km south of Ingolstadt. In this brewery. It´s a well made beer. In particular when you really know the warm and long summer nights and days in Sarasota 🙂 They are very present at the moment…

Warmest greetings to all of you!

Wenn der Vater mit den Söhnen – Five Guys!

Ich erzähle Euch heute zwei kurze Geschichten.

Die erste handelt von Janie und Jerry Murrell. Aus erster Ehe hat Jerry die Söhne Matt, Jim und Chad. Dann kam Ben dazu. 1986 eröffneten sie alle zusammen einen Burger-Grill in Arlington (Virginia/USA). Sie nannten sich – wohl unter großzügiger Duldung von Janie – Five Guys. Als schließlich noch Tyler auf die Welt kam, war der Name generationensicher. In den nächsten 15 Jahren (bis einschließlich 2001) wuchs das Geschäft – ganz slow – um weitere vier Läden. Alle im nördlichen Virginia und in Washington, D.C.

Zwischen dem ersten und dem zweiten juristischen Staatsexamen ist das Rechtsreferendariat zu absolvieren. Ich weiß nicht ob das heute noch so ist, aber zu meiner Zeit umfasste die Ausbildung auch ein Pflichtwahlpraktikum. Dabei war man in seiner Planung sehr frei. Das galt es natürlich zu nutzen! Und deshalb organisierte ich mir – hier beginnt die zweite Geschichte – in Washington, D.C. eine Beschäftigung bei der US-Kongressvertretung der Stadt New York – „The City of New York’s Washington Office“. Es war eine großartige, spannende Zeit! Ganze zwei Monate lang (02.01. bis 02.03.01). Bürgermeister von New York war Rudolph Giuliani. In Washington, D.C. wechselte im Januar die Präsidentschaft von Bill Clinton zu George W. Bush. Und Hillary Clinton wurde im selben Monat neue Senatorin für den Bundesstaat New York.

Gastgeber waren meine wunderbaren(!!!) Freunde Kirsten und William. Warm greetings to you! Eines Abends kündigte William den Besuch bei einem speziellen Burger-Grill an. Wir fuhren erinnerlich eine lange Ausfallstraße hinaus und saßen dann irgendwann genüsslich mampfend in einem kleinen Laden. Über dem Eingang stand Five Guys. Die Geschichten kreuzen sich. Es waren die bis dato besten Burger meines Lebens! Five Guys hatte einen Anker geworfen. Leider gibt es von dieser erfrischenden Einkehr keine Fotos.

Ab 2002/03 entschlossen sich die Murrells zum Franchising. In Nordamerika gibt es heute über 1.000 Niederlassungen. Für mich vergingen 14 Jahre nach der Premiere bis zur Fortsetzung. Zu Kirsten und William gesellte sich Caroline. Sie zogen nach Florida. Dort besuchten wir sie im Mai 2015. Ein Programmpunkt war gesetzt. Es sollte (zufällig) dieser Laden sein – 6593 South Tamiami Trail, Sarasota, FL 34231:

Wahrscheinlich noch einen Tick besser als ihre Burger sind ihre spektakulären Pommes. „Wir verwenden keine tiefgefrorenen Fries. Die Poster an unseren Wänden zeigen tagesaktuell, woher die verwendeten Kartoffeln stammen. Wir schneiden sie von Hand und bereiten sie samt Schale direkt im Restaurant zu“.

Das erste Five Guys außerhalb von Nordamerika wurde im Juli 2013 in London eröffnet. Das wusste ich nicht. Um so größer war die (schöne) Überraschung, als ich Ende vergangenen Oktober in der 266 Tottenham Court Road plötzlich vor diesem Laden stand:

Brooklyn Lager aus der Flasche! Wäre eine eigene Geschichte wert…

Wir steuern auf den Höhepunkt zu! Zurück aus London warf ich einen Blick auf die facebook-Präsenz von Five Guys. Aufgemerkt – sie kommen nach Deutschland! Die erste Filiale soll in Frankfurt eröffnen. Noch 2017. Ich ließ die Aktualisierungen nicht mehr aus den Augen. Dann die Meldung: Am 4. Dezember um 11:00 Uhr – hier: Zeil 127. Wem widerfährt das Glück? Dem Tüchtigen. Am 6. Dezember hatte ich einen Verhandlungstermin beim Landgericht …… Frankfurt! Mein Mittagessen:

Die Brötchen (Buns) werden mit Freilandeiern gefertigt. Sie kommen (derzeit) noch aus Frankreich. Getoastet werden sie auf dem Grill. Das Rindfleisch kommt (derzeit) noch von irischen und britischen Weiderindern. Das Fleisch war nie gefroren. Auch die Zutaten (Toppings) sind frisch: „Keine Gefrierschränke. Keine Mikrowellen. Keine Timer. Keine Dosenöffner“.

Geschäftsführer Jörg Gilcher (Five Guys Germany) hat gut Lachen:

Im Gespräch mit ihm erfahre ich: Die nächste Eröffnung wird am 18. Dezember in Essen sein. 2018 geht es dann in Düsseldorf, Köln und München 🙂 weiter. Im Fortgang sollen Schritt für Schritt die verarbeiteten Lebensmittel von lokalen Produzenten aus Deutschland kommen. Gut so!

Ich würde mir wünschen, dass man den betriebenen Verpackungsaufwand (deutlich) reduziert. Zumindest für den beabsichtigten Verzehr im Lokal ist er (viel) zu hoch.

Nach dem Gerichtstermin war eigentlich eine zweite Einkehr geplant… Wir hatten aber zu lange verhandelt.. Freue mich auf München!

Zwischen Urlaub und Alltag

Zurück aus dem wohlverdienten(!) Urlaub. Eine Woche Südtirol. Einfach richtig gut. Unzählbare Wohltaten und Eindrücke für Kopf, Herz und Bauch. Immerhin > 1.600 Fotos im Dateiordner. Ob und wann ich die werde im Blog umsetzen können? Wenn sich dafür Zeit und Lust finden…

südtirol1südtirol2Zur schonenden Alltagsklimatisierung ging es gestern gleich zu unseren Spargelbauern – Familie Rehm. Vor dem Urlaub fand sich dafür tatsächlich keine Muße (aber auch keine Alternative!).

rehm 2016

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Quelle: kraut&rüben/Ausgabe Mai 2016/S. 54-55 (Fotos: Siegfried Martin, Text: Elisabeth Melzer)

Und noch eine wunderbare Nachricht für die Zukunft! Siehe diese Anzeige in der aktuellen Wochenendausgabe des Donaukuriers:

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Im Hohenloher Land

Anfang Februar in Nürnberg, nach der heurigen Biofach, lernte ich Martin Seefried auf einer Party (Danke Florian Bailey!) kennen. Der ausgebildete Koch und Metzgermeister betreibt in Abenberg (mittelfränkischer Landkreis Roth) seine Naturmetzgerei. Hier verarbeitet und veredelt er handwerklich ausschließlich Fleisch von der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall. Unter der gewichtigen(!) Losung „Wissen wo’s herkommt“ organisierte Seefried für Ende April einen „Bauernbesuch“ bei seinen Lieferanten. Einen ganzen Tag dem guten, sauberen und fairen Essen nachspüren… In angenehmer Gemeinschaft… Mit einem umtriebigen Gastgeber… Und überhaupt wollte ich schon lange Rudolf Bühler, dem Gründer der Erzeugergemeinschaft, einen Besuch abstatten: Aus dem Stegreif ließ ich mich auf die Gästeliste setzen!

Letzter Samstag – 9:00 Uhr – Treffpunkt bei den Seefrieds. Mit dabei Moritz, der(!) Ingolstädter Metzger Joseph Huber und dessen Tochter Pia. Für das gemeinsame automobile Reisen – bereits herrlich s l o w – stand ein Kässbohrer Setra S11 (Henschel-Motor mit 170 PS und Dachverglasung für den Panoramablick) von 1967 bereit. Damit ging es durch das wunderschöne Hohenloher Land. Unter anderem mit Pastrami und Beef Jerky:

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Unsere anständigen Gastgeber: Cornelia und Martin Seefried

besh (4)besh (5)besh (6)besh (7)Angekommen in Wolpertshausen begrüßten uns Rudolf Bühler und Simon Rajan. Gemeinsam ging es sogleich auf eine der Eichelmastweiden. Anfang der 80er Jahre galt das Schwäbisch-Hällische Schwein („Mohrenköpfle“) als faktisch ausgestorben. Mit weniger als zehn Tieren begann Bühler zusammen mit engagierten Bauern der Region die Wiederbelebung der alten Landrasse. Heute gehören gut 1.500 Bauernhöfe zur Gemeinschaft, die nach dem Prinzip der bäuerlichen Selbsthilfe arbeitet und sich für die bäuerliche Regionalentwicklung in Hohenlohe engagiert. Das Schwäbisch-Hällische Schwein ist übrigens Passagier des Biodiversität-Projekts Arche des Geschmacks von Slow Food:

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Rudolf Bühler

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besh (44)Ein weiteres, besonderes Anliegen Bühlers ist die Bereicherung der Esskultur durch gute, nachhaltig erzeugte Gewürze. Deshalb gründete er 1997 zusammen mit Hohenloher Bio-Bauern den Anbauverband Ecoland. Die Unternehmung umfasst heute weltweit 1.300 Bauernfamilien mit Projekten in Deutschland, Rumänien, Serbien und Indien. Die Sache ist ihm so wichtig, dass er uns kurzerhand zu sich nach Hause in seinen „Sonnenhof“ bat und dort ins Thema einführte. Inklusive einer Begehung des Gewürzlagers. 1000 Nasen müsste man haben…

besh (26)besh (27)besh (46)Weiter ging es nach Rosengarten zu Daniel Voigt, der sich als Wanderschäfer in der 7. Generation mit Leidenschaft dem Hohenloher Weidelamm (Merino-Landschafe) widmet:

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Wanderschäfer Daniel Voigt

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Joseph Huber und Martin Seefried

besh (37)besh (41)besh (43)Es war einer dieser Tage, die sich am Abend wie eine halbe Woche Urlaub anfühlen. Herzlichen Dank für das dabei sein dürfen!

Käsekuchen, Wurst & Bier

Letztes Wochenende in Berlin. Bei der Verleihung der Berlinale Kamera an Alice Waters (Köchin, Food-Aktivistin, Vize-Präsidentin Slow Food International) und Carlo Petrini (Slow Food Häuptling) war ich leider außen vor…

w&b7In Sachen la dolce vita dafür aber mittendrin! Der ultimative Tipp für meister-fabel-märchenhafte Kuchen: Princess Cheesecake – Tucholskystraße 37/Berlin Mitte:

w&b1w&b2Letztes Jahr begeisterte Chefin Cornelia Suhr mit ihren Kreationen „German Pastry-Making: Sweet Berlin“ auch auf dem Salone del Gusto in Turin (Bericht). Von nichts kommt nichts – so geht sie nämlich an die Sache heran:

w&b3w&b4Berlin listet derzeit leider nur drei Wirtshäuser im Slow Food Genussführer. Irgendwie waren uns diese bei der Planung entglitten… Auf der Suche nach Einkehr war uns dann aber das Glück des Tüchtigen vergönnt. In der Rochstraße 2. Auf der Rechnung wurde unser köstliches Essen ganz Understatement nur als „Abendbrot im Haus“ erfasst. Und weil am Eingang „no mobiles“ und „no laptops“ steht, gibt es davon auch keine Bilder… der Ort entschleunigt! Tagsüber geerdeter Feinkostladen, abends gibt es zwischen vielen Kerzen frische, handwerklich einwandfreie, süddeutsch geprägte Küche. Einprägsamer Name: „Lebensmittel in Mitte“. Passend: keine Website.

w&b5w&b6Am nächsten Tag dann der tiefere Grund unseres Besuchs. Tatort: Die Markthalle Neun in Kreuzberg. Slow Food Berlin veranstaltete zum zweiten Mal Wurst & Bier:

w&b8w&b9w&b10w&b11w&b12Feine Sachen gegessen und getrunken. Toll: Die Ahle Wurscht von Metzger Carsten Neumeier (Nordhessen). Mein Tagesgipfel auf der Wurstseite: Die Bratwurst mit Schafskäse vom LandWert Hof aus Stahlbrode (Mecklenburg-Vorpommern). Merke: Eine gute Bratwurst ist ein Gottesbeweis!

Und beim Bier? Da hätten, was die Spitze angeht, auch 40 km nach Norden gereicht… Obwohl. Heute musste es Berlin sein. Auf der Wurst & Bier war nämlich Premiere („Seit wann gibt es das Bier?“ – „Seit morgen“). Max Krieger (Riedenburger Brauhaus) präsentierte sein erstes Porter: Dolden Dark! Herrliche Röstmalznoten, Schokolade, Kaffee… Der Mann macht nur Volltreffer!

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