“Ingolstädter” Neuzugang im Slow Food Genussführer 2015

Fünf gute Nachrichten:

1. An Michaeli (Montag, 29. September 2014) erscheint der neue Slow Food Genussführer 2015. Es ist seine zweite Ausgabe (Erstausgabe). Das neue Gwand:

sf genussführer 20152. Im Vergleich zur Erstausgabe sind 126 neue Wirtshäuser dazu gekommen (23 sind rausgefallen).

3. Der Preis = 19,95 EUR ist gleich geblieben.

4. Es wird einen Genussführer 2016 geben.

5. Slow Food Ingolstadt steuert eine Neuaufnahme bei und hat damit diese sechs Wirtshäuser im Buch. Im Genussführer gelistete Genussstätten erkennt man am Aufkleber (klebende Wirte 1 und 2).

Wer Vielfalt und Regionalität wertschätzt, kauft das Werk selbstverständlich beim lokalen Buchhändler ;-) (Motto: Essen was man schützen will – dort kaufen was man bewahren will – leider, leider macht am 31.12.14 die Thalia-Buchhandlung in der Fußgängerzone zu…).

Unser Neuzugang? Das Gasthaus Bauer in Rieshofen! Der treue extra prima good-Leser kennt es bereits von dieser Schwärmerei. Nachfolgend einige Impressionen von einem der Testessen dort:

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Marginalie (28) – Dîner en blanc in Ingolstadt

In der letzten Donaukurier-Beilage “Der Sonntag” (9./10.08.) findet sich ein Bericht über das Picknick-Phänomen “Dîner en blanc”:

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Ich habe immer schon damit geliebäugelt, einmal an einem solchen teilzunehmen. Gemeinsames, lustvolles Tafeln – so viele offene Türen kann man bei einem Slow Foodler gar nicht einrennen! Freilich würde ich neben der weißen Garderobe besonders darauf achten, dass vor mir gutes Essen und Trinken steht…

Das besondere Picknick ist eine Domäne der (weltweiten) Großstadt. Laut Donaukurier finden sich aber in unserer Region ebenfalls Tafelrunden zusammen. So wird aus Neuburg und Berching berichtet. Allein in Ingolstadt… Dabei gibt es seit 2009 einmal im Jahr vor Ort ein Abendessen in Weiß. Den Fotos nach fand dieses bisher abwechselnd im Planetenpark (Schlosslände), im Park vor dem Christoph-Scheiner-Gymnasium und im Park neben dem Herzogskasten statt. Die Teilnehmerzahl war immer …. überschaubar.

Nächstes Jahr bin ich dabei! Und ich werde es meinen Slow Food Freunden nahelegen. Die Website des Dîner en blanc Ingolstadt findet sich hier. Termin 2015 ist der 20. Juni um 19:30 Uhr. Der Ort ist bis zum Veranstaltungstag offen. Laut den Regeln wird um 22 Uhr abgebaut. Man folgt hier offensichtlich dem “Wenn es am schönsten ist”-Ansatz. Ob dem auch wirklich so ist – wir werden sehen. Ein Problem gilt es noch zu lösen: Ich habe (noch) keine weiße Hose…

(27) – Marginalie – (29).

Toskana an der Schutter

Irgendwann hält man zum ersten Mal einen Warenkatalog der Fattoria La Vialla in Händen. Nicht wenige dürften ihn nach dem Durchblättern mit der vollkommen nachvollziehbaren aber trügerischen(!) Erkenntnis – “Das ist ja alles gar nicht wahr” – zur Seite legen. Zu schön um …

Ich bestellte trotzdem. Wirkung: Seit ungefähr sieben Jahren vertrauen wir in der heimischen Speisekammer auf mindestens eine Grundausstattung von Produkten – Olivenöl, Pasta und Torbolone (= Cuvée aus Sangiovese, Cabernet Sauvignon und Merlot) – des in jeder Hinsicht mustergültigen Landguts der Familie Lo Franco. Weil der Zweifel aber die dicksten Bretter durchnagt, sind wir im Mai 2010 für eine Woche in die Toskana gefahren um zu begreifen. Nach Castiglion Fibocchi, gute 10 km nord-westlich von Arezzo gelegen. Unsere herrliche Unterkunft auf dem Anwesen, eine Wohnung im Landhaus “Casale di sotto Ponente”:

la vialla1la vialla2Doch – es ist wahr. Alles. Gut. sauber, fair + wunderbare Gastfreundschaft. Der landwirtschaftliche Betrieb der Fattoria La Vialla – natürlich Slow Food Mitglied in Italien – wird seit 1978 biodynamisch (Demeter) bewirtschaftet. Ein profunder, lesenswerter Bericht dazu findet sich in den Musenblättern.

la vialla4la vialla5la vialla3la vialla6Wer Lust auf seine erste Bestellung bekommen hat, sollte sich soweit angeboten, gleich auch dieses Büchlein (255 Seiten) zulegen. Es ist die feine Rezeptsammlung von Giuliana (Ehefrau/Mama – 3 Buben/Schwiegermama/Großmutter) Lo Franco:

la vialla14Noch ziemlich unbekannt, obwohl seit bereits knapp zwei Jahren geöffnet, ist die Speisekammer Frankfurt. Der erste Ort, neben dem Hofladen in der Toskana, wo man Produkte der Fattoria verkosten und direkt erwerben kann.

Eine weitere, wenn auch seltene Möglichkeit dazu, hatten gut informierte Ingolstädter am vergangenen Wochenende. Ingrid und Andreas Ridder – Naturmöbel-Einrichtungshaus Ridder² (Mitglied im Verband ökologisch engagierter Möbelhändler) – ist es nämlich gelungen, ein Stück La Vialla für drei Tage an die Donau (ganz präzise an die Schutter, die hinter dem Haus vorbeifließt) zu holen. Am 18. Juli gab es einen besonderen Abend für Slow Food Ingolstadt:

la vialla10la vialla9la vialla7la vialla8la vialla11Ein Teil des Einrichtungshauses ist im ehemaligen Gewächshaus der Gärtnerei Stern untergebracht. Traumhaftes Raumgefühl mit viel wertigem Inhalt. Hell, großzügig, frisch. Und sommerlich warm ;-) Herzlichen Dank an die Familie Ridder und das Team von La Vialla (Michela!) – es war ein schmackhafter, sehr wohltuender Abend!

Slow Food Kochgruppe: Backen

Diese Kulisse geht eigentlich schon ein bissl über den Realismus hinaus…

sf pizzaDank Entschleunigung trügt der erste surreale Eindruck aber. Gott sei Dank. Das Leben ist phantastisch.

Kommt man bei unserem Gastgeber Matthias in Geisenfeld an, wird das Flussbett der Zeit tief und breit. Der Ofen ist lange angeschürt, der Stein hat ordentlich Temperatur aufgenommen. Die Kochgruppe von Slow Food Ingolstadt (diesmal zu zwölft) hat sich einen Backnachmittag hingelegt: Pizza, Brot und Blootz (in Hohenlohe und Franken für Flammkuchen). Machen und genussvoll wieder verschwinden lassen:

sf pizza 6sf pizza 3sf pizza 2sf pizza 5sf pizza 4sf pizza 9Auf dem Tellerrand findet sich tatsächlich Sebastian Kneipp. Nichts wurde (aber) verwässert oder getreten.

sf pizza 7Mitkochen? Küche zur Verfügung stellen? Ideen zum Thema? Gunter Wagner (E-Mail). So heißt der Leiter unserer Gruppe…

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Brotzeitkultur im Schutterhof

Es ist endlich wieder Biergartenzeit! Die Antoniusschwaige ist gut in die Gänge gekommen. So gut, dass gerade vernehmbar genörgelt wird, weil man dort keinen freien Platz findet… Einen Tod muss man sterben… Aber es hat in der Tat dort noch sehr viel Platz, den es zu bespielen gilt. Die Geschichte ist einem regionalen Luxusproblem geschuldet. Der Ingolstädter Arbeitsmarkt scheint leergefegt. Wirt Anton Wittmann sucht händeringend (gutes) Personal. Und davon macht er die weitere Bestuhlung abhängig. Ein schlauer Mensch.

Der Schutterhof geht einen anderen Weg und bietet etwas Einmaliges in der Region. Ich kenne jedenfalls keinen Zweiten der es macht. Hier wird gutes, bayerisches Brauchtum gepflegt. In der Begründung zur Bayerischen Biergartenverordnung – Ziffer 2.1 Zu § 1 – heißt es nämlich:

„Kennzeichnend für den bayerischen Biergarten im Sinne der Verordnung sind vor allem zwei Merkmale: • der Gartencharakter und • die traditionelle Betriebsform, speziell die Möglichkeit, dort auch die mitgebrachte, eigene Brotzeit unentgeltlich verzehren zu können, was ihn von sonstigen Außengaststätten unterscheidet.“

Um diese schöne Perspektive bekannter zu machen, veranstalten Andrea und Harald Mödl am 18. Juni (= International Picnic Day – es gibt nichts, für das es keinen Tag gibt…) einen Picknick-Tag:

picknick2Also: Gutes Essen in den Korb. Dazu Besteck, Teller, Tischwäsche, Blumen, was gefällt. Und am kommenden Mittwoch ab in den Schutterhof! Bitte nicht vergessen: Die Getränke werden natürlich vor Ort vom Ausschank bezogen. Die Veranstalter haben eine Prämie für den schönsten/besten Brotzeitplatz ausgelobt… und mich in die Jury berufen… Bin da sehr berechenbar. Fette Punkte vergebe ich für:

  • Verwendung frischer, weil saisonaler Produkte („Alles zu seiner Zeit“)
  • Verwendung regionaler Produkte („Heimat auf dem Teller“, regionale Wertschöpfung)
  • Verwendung nachhaltig erzeugter Produkte
  • regionaltypische Gerichte und Rezepte („kulinarischer Denkmalschutz“, Biodiversität)
  • die Speisen und Getränke bereiten wahrhaft sinnlichen Genuss („das Auge isst mit“, anregendes Riechen, gutes Schmecken) und heben sich deutlich vom industriell geprägten Massengeschmack ab
  • Verarbeitung auf handwerkliche Art und Weise (keine vorgefertigten Convenience-Produkte)
  • Verzicht auf künstliche Aromen, Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker

Gestern Abend hat Slow Food Ingolstadt seinen monatlichen Stammtisch spontan hierher verlegt und ordentlich gebrotzeitet. In wohliger Zufriedenheit wurde beschlossen, nächste Woche auch dabei zu sein.

picknickDanach Fußball. WM-Eröffnungsspiel mit Elfmetergeschenk. Die Leinwand im Biergarten (Größe/Bild/Ton) ist spektakulär!

Nach dem Picknick nächste Woche – so gegen 21:45 Uhr – ist übrigens Kinonacht im Schutterhof. Es läuft: Dampfnudelblues.