Veränderung im Artusiana

Wer das Artusiana in meinem Blog sucht wird gut fündig. Seit der Eröffnung im März 2012 begleite ich Katia Garellis wohltuendes Wirken. Umwege eingeschlossen. Nun gilt es von einer Veränderung zu berichten! Ich bitte dazu aber zunächst um Geduld …

… für ein leider vernachlässigtes Thema: Kindergeburtstage. Genauer: Essen auf Kindergeburtstagen. Es ist erstaunlich wie oft die Liebsten dabei das Schlechteste bekommen… Gerne würde ich in diesem Zusammenhang den 64 Grundregeln Essen von Michael Pollan eine weitere hinzufügen: Was Dir von einem Clown gereicht wird, ist kein Lebensmittel!

Bisher wurden bei uns alle Wiegenfeste selbst bekocht. Dieses Jahr lockte Neuland. Selbst ist der Bub, das Mädchen! Eine Achterbande. Im Artusiana. Motto: Very Happy Meal:

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Die am Anfang angesprochene Veränderung fehlt noch. Katia Garelli hat ihr Artusiana verkauft. Aus ganz privaten Gründen. Ich werde ihr herzliches, ansteckendes Lachen in dem wunderbaren Kleinod in der Schäffbräustraße 3 vermissen. Mindestens das…

Aber die Welt geht nicht unter – das Artusiana bleibt! In guten Händen. Seit 01.07. führen es Maria Simeoli (aus Neapel) und Sopi Aferdita (aus Bergamo):

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Maria Simeoli und Sopi Aferdita.

Maria ist von Anfang an dabei. Sie weiß daher wie der Laden tickt. Und sie will weitermachen wie bisher – so hat sie es mir versichert. Eine beruhigende Nachricht.

Nachsatz: Die Slow Food Familie bleibt auch bestehen. Das Artusiana als Unterstützer. Katia als Mitglied.

Über allen Gipfeln Ist Ruh und das Zucker(l)

Wirte und Produzenten zu finden, die im Sinne von Slow Food gut, sauber und fair arbeiten, ist die Aufgabenstellung des Produzenten– und Genussführers. Letzterer ist schon weit gediehen (Buch, 2. Ausgabe!), Ersterer (Mammutaufgabe!) steckt noch in den Kinderschuhen. An beiden Projekten arbeitet Slow Food Ingolstadt leidenschaftlich mit.

Will man vor seiner Haustüre kehren, sollte man wissen, wo diese ist. Selbstbewusstsein ist gefragt: Für welche Region ist Slow Food Ingolstadt ganz konkret verantwortlich? In sehr freundschaftlicher Abstimmung mit unseren Nachbarconvivien (das sind im Uhrzeigersinn: Nürnberg, Niederbayern, München, Augsburg und Altmühlfranken) wurde die Frage beantwortet. Im Ergebnis bestätigten sich territorial zunächst 95% der seit Jahren gelebten Gefühlslage. Und en passant kam heraus, dass es nach Osten hin keine gemeinsame Grenze mit Slow Food Regensburg-Oberpfalz gibt… schade eigentlich.

Zu Slow Food Ingolstadt gehören damit die Landkreise Eichstätt, Pfaffenhofen, Neuburg/Schrobenhausen und die Stadt Ingolstadt. Und die restlichen 5%? Das sind die Städte Riedenburg und Dietfurt a.d. Altmühl. Hier signalisierte das Convivium Niederbayern alte Jagdgründe… Georg Flingelli ist der Häuptling der Niederbayern. Er ist nicht nur hochsympathisch, sondern auch sehr weise… Seht her: Jedes Jahr im Sommer – für alle Zukunft – wird das Convivium Ingolstadt den Niederbayern Freibier andienen (Gerhard Polt: “The idea of Freibier in Bavaria is deeply religious!”) – vom Riedenburger Brauhaus im Gasthof Stirzer in Dietfurt! Vor zwei Wochen wurde die Übung begonnen:

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Auf der Zielgerade gab es von Flingelli zwar noch einen Nachverhandlungsversuch:

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Zu spät. Über Riedenburg und Dietfurt weht die richtige 😉 Fahne. Stirzer-Wirt Sepp Hierl ist Zeuge!

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Es war ein sehr genüsslicher und langer Abend an unserer gemeinsamen Tafelrunde. Auch Braumeister Max Krieger und seine Frau Katrin gesellten sich dazu – Danke für die beiden Fässer!

Freu mich bereits heute auf nächstes Jahr… Mein absolutes Lieblingsgericht vor Ort: Nudelfleckerl mit Speck/Krautfüllung (mit zerlassener Butter und frisch geriebenem Hartkäse):

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Nicht wenige blieben über Nacht. Am nächsten Morgen war nämlich noch eine gemeinsame Wanderung entlang der Weißen Laber angesetzt. Eine herrliche Landschaft. Wie eigentlich immer zuseiten von Gewässern… Wandern macht durstig. Wir kamen durch Oberbürg. Niemand hatte hier das Gasthaus Zucker auf dem Schirm. Das Nasenschild mit dem Wappen des Winklerbräus Berching löste rundherum unverzüglich breites Lächeln aus:

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Wandern macht auch hungrig. Es war späte Mittagszeit. Die Ersten begannen in der sehr übersichtlichen (gut!) Karte zu blättern. Auf den Tischen fand ich diese beachtliche Begrüßung:

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Eigene Landwirtschaft. Eigene Tiere. Eigene Schlachtung. Der Senior-Wirt Xaver Zucker ist gelernter Metzger und “fasste … 1993 den Entschluss, sich noch mehr den Gästen zu widmen und die Arbeit bei Audi aufzugeben” (Donnerwetter – das kennt man leider nur umgekehrt!). Schwiegersohn Michael Kniffka ist ebenfalls Metzger. Seine Frau Christine gelernte Köchin. Es war klar: Wir hatten eine Perle rausgetaucht!

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Es war köstlich! Die saisonalen, frischen Salate. Die Spätzle, die verschiedenen Soßen, Griesnockerl – alle hausgemacht. Ohne industrielle Helferlein. Bratwurst, Blutwurst, Leberwurst, Schinken und Presssack – zum Mitnehmen – allesamt ohne Geschmacksverstärker.

Xaver und Maria Zucker (die Kniffkas scheuen die Kamera):

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Gasthaus Zucker, Oberbürg 7, 92345 Dietfurt, Tel. 08464/569 (keine Website). Montag Ruhetag. Sonn- und feiertags Mittagstisch. Brotzeiten immer.

Oberbürg ist ein Stadtteil von Dietfurt…………..! Unsere Genussführergruppe ist nicht immer zu beneiden… dieser Kandidat ist eine Beglückung!

Zu guter Letzt noch ein Tipp: Die Niederbayern haben einen ganz ausgezeichneten Blog: (s)lower bavaria

Pizza in Eichstätt – Wo bist du?

“Was ist ein gutes Lebensmittel?” Der Titel des aktuellen Slow Food Magazins. Für Slow Food ist es gut, sauber und fair. Das bedeutet guter, natürlicher Geschmack – ökologische Nachhaltigkeit bei Urerzeugung, Verarbeitung und Genuss – sowie gerechte Teilhabe/Entlohnung aller an der Wertschöpfung Beteiligter.

eich3 (8)Der Regionaltisch Eichstätt von Slow Food Ingolstadt hat sich vorletzte Woche zum Kriterium “gut” ein ganz besonderes Essen hingelegt: Pizza! Merke: “You can’t make everyone happy. You are not pizza.” Wie kommt der Mensch auf den Geschmack? Zur Schulung der Sinneswahrnehmung ist ein Mittel der sensorische Vergleich einer Vielzahl von Produkten einer Gruppe. Ich mache das sehr gerne, um mein geschmackliches Koordinatensystem zu pflegen und zu entwickeln. Siehe z. B. Weißwurst, alkoholfreies Weißbier, Schweinshaxe, griechischer Joghurt, Krapfen, Lebkuchen oder Karottensaft.

Unter dem Motto “Pizza ante portas” belieferten zeitgleich 12 verschiedene Eichstätter Pizzabäcker das Depot Piemont von Fritz Schäffler:

eich3 (2)eich3 (3)eich3 (4)Hier stand für die Vergleichsverkostung bereits alles am vorbildlichsten bereit. Gute Leute, eine gedeckte Tafel, Bier (das klassische Getränk der Italiener zur Pizza), Wein und Wasser. Schreiner Andreas Deinhart fertigte gar für jeden Tester massive Buchenholzteller, unterteilt mit den Ziffern 1 bis 12 für die einzelnen Schnitten:

eich3 (5)Der Eichstätter Kurier berichtete in einem kurzweiligen Artikel über den Abend. Der Feststellung darin, dass es keinen “Totalausfall” gab, will und kann ich mich aber nicht anschließen:

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Eichstätter Kurier, 17.06.2015, Seite 23

Bei der Blindverkostung haben wir uns natürlich für eine “Pizza Margherita” entschieden. Sie ist eine klassische “Pizza Napoletana” (siehe Verordnung (EU) Nr. 97/2010 der Europäischen Kommission… was für ein Aufwand!). Im (scheinbar) Einfachen erkennt man am besten die Meisterschaft. Man bestelle sich zur verlässlichen Prüfung einer bayerischen Wirtshausküche z. B. einfach nur einen Teller klare Rindfleischbrühe… Zurück zur kreisförmigen Backware: Ihr Belag soll an die Farben der italienischen Flagge erinnern (egal ob die Geschichte vom 11. Juni 1889 in Neapel mit König Umberto I. und seiner Frau Margherita nun stimmt oder nicht): Grünes Basilikum, weißer Mozzarella und rote Tomaten.

Und was machen die Eichstätter Pizzabäcker – alle miteinander? Frisches Basilikum: Fehlanzeige! Mozzarella: Fehlanzeige! Das ist grotesk. Daher der Titel dieses Blogeintrags.

eich3 (6)eich3 (1)Und dabei haben wir uns bei diesem Test lediglich dem Kriterium “gut” gewidmet…

Für das Protokoll: Auf dem Siegertreppchen ganz oben: Ristorante Tartufo (hier gab es auch eine homöopathische, wenn auch leider verbrannte Dosis Basilikum), gefolgt von der Pizzeria Lüften Romeo.

Wie würde der Test wohl in Ingolstadt ausfallen? Findet sich hier eine “Pizza Margherita”? Meine Referenz in dieser Spielklasse habe ich übrigens in Regensburg genossen… privat… aus einem Haushaltsofen (aber mit Pizzastein)… Lieber Holger – brauche dringend eine Auffrischung!

Auf jeden Fall hat die Zusammenkunft – so betrüblich der ein oder andere Bissen auch war – viel Freude gemacht. Kompliment dafür an den Eichstätter Regionaltisch! In der Stadt beginnt sich was zu rühren. Siehe exemplarisch dazu auch den schönen Artikel von Stephan Zengerle im aktuellen Eichstätter Journal – “Slow-Food-Bewegung erreicht Eichstätt”:

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Eichstätter Journal 3.2015, Seite 11

Der nächste Regionaltisch Eichstätt tagt am 21.10.2015 um 19:00 Uhr. Darauf einen Grappa Fritz – Salute!

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Fingerzeig (22) – Dîner en blanc in Ingolstadt

Als ich bei der kürzlich tosenden Mai-Sause des Ingolstädter Stadttheaters die vielen Menschen beim Picknick halten beobachtete, fiel es mir wieder brennend ein: Ich brauche noch eine weiße Hose!

sause1sause2sause3Am kommenden Samstag – 20. Juni 2015 um 19:30 Uhr – gibt es nämlich das nächste “Dîner en blanc” in Ingolstadt. Und diesmal will ich endlich dabei sein. Zur Erklärung und Einstimmung empfehle ich zunächst meinen Bericht vom letzten Jahr – hier.

Die Ingolstädter Organisatoren erklären auf ihrer Website:

Wir tafeln gemeinsam einmal im Jahr an einer großen weißen Tafel in unserer Stadt. Tafeln heißt, dass wir uns bewusst gegen die McDonalds-Papp-Kultur entscheiden. Gemeinsam erleben wir einen netten Abend miteinander und haben dabei nicht selten einen völlig fremden Tisch-Nachbarn. Wir zeigen, dass es ein solches gemeinsames Dîner nicht nur in Filmen über die Toscana gibt, sondern auch in unserer Stadt. Unserem Nachbarn zu beiden Seiten stellen wir uns per Handschlag mit unserem Vornamen vor. Wir sind an diesem Abend alle per DU.”

Dabei gilt es unbedingt(!) diese und jene Regeln zu beachten.

“Know the rules well, so you can break them effectively”, sagt der Dalai Lama. Also erlaube ich mir mit diesem Fingerzeig die “Geheimhaltung” (etwas) zu unterlaufen. Wäre die Geschichte Top Secret gäbe es wohl keine eigene Website… 😉

Wo trifft man sich heuer? Der genaue Ort der Veranstaltung wird erst am 20.06. bekannt gegeben. Hier. Bin gespannt! Meine neue weiße Hose strahlt mich schon an…

Breaking News … 20.06.2015 … kurz vor 11:00 Uhr:

sause4Herrje – wieder nix dieses Jahr….. Am 27.06. feiern Slow Food Ingolstadt und Slow Food Niederbayern nämlich gemeinsam beim Stirzer. Das schöne Leben. Ich werde dazu eine Lederhose tragen.

Update (01.07.15). Noch einmal verschoben:

sause5Schau mer mal… Da bahnt sich jetzt diese Kollision an:

sause6(21) – Fingerzeig – (23).

Slow Food – aus 20 + 1 Perspektiven

Nachtrag zur Veranstaltung “Slow Food – aus 20 + 1 Perspektiven” im Ingolstädter Museum für Konkrete Kunst (Vorbericht und Erklärung). Es war ein informativer, ein kurzweiliger, ein genussvoller Abend!

mkk1 (3)Aus diesen zwanzig Blickwinkeln haben wir die Bewegung Slow Food und ihre Ideen anschaulich gemacht:

Slow, Carlo Petrini, gut, sauber, fair, regional, saisonal, global, Handwerk, Kochen, Koproduzent, Ess- und Tischkultur, Genuss, Arche des Geschmacks, Genussführer, Youth Food, Teller statt Tonne, Geschmacksbildung, Terra Madre und Convivium.

mkk1 (4)Allen Vortragenden ein leidenschaftliches Dankeschön! Nicht wenige haben zum ersten Mal vor so vielen Menschen gesprochen. Jeder hat das auf seine ganz persönliche Weise prima gemeistert. Und damit sympathisch auch ein grundlegendes Anliegen von Slow Food nachdrücklich bemerkbar gemacht: Die Vielfalt.

Ein weiterer Dank geht an Dr. Simone Schimpf (Direktorin) und Miriam Fuggenthaler (Kuratorin). Für die Einladung zum Mitmachen und ihre Gastfreundschaft im Museum:

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Miriam Fuggenthaler (Einführung) und Dr. Simone Schimpf (Schlusswort).

Leider gibt es zu der + 1 Perspektive keine Bilder… Denn natürlich – wir sind bei Slow Food! – wurde im Anschluss gut gegessen und getrunken. Ein herzliches Dankeschön dafür an Andrea Ponschab vom Beckerwirt für die Unkrautsuppe, an Ulla und Dr. Franz Eller für die Kostproben vom Murnau-Werdenfelser Rind, an Dr. Matthias Fleige für sein selbstgebackenes (abartig köstliches) Brot und an Michael Kenne/Donaupoint und Marco Dombek/Schwalbenbräu für das Ingolstädter(!) Pale Ale.

Auf der K10-Plattform – hier – gibt es einen weiteren Bericht zur Veranstaltung.

mkk1 (5)Last but not least – lieben Dank an Nina Knely für die Fotos! Bitte schön:

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Dr. Matthias Fleige. Stellvertretender Conviviumleiter.

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Michael Olma. Conviviumleiter.

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Dr. Franz Eller.

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Andrea Ponschab. Wirtin vom Beckerwirt.

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Dr. Moni Islam. Leiter Genussführerteam Wirtshäuser.

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Dr. Moni Islam.

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Helga Pletschacher.

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Daniela Trogus.

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Wolfgang Erhard. Bäckermeister.

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Gunter Wagner. Leiter Kochgruppe.

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Gunter Wagner.

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Ulla Eller.

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Moritz Olma.

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Joseph Huber – Metzgermeister.

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Dr. Moni Islam.

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Dr. Matthias Fleige.

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Elisabeth Jungwirth.

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Michael Olma.

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Barbara Rakow.

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Daniela Trogus.

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Rita Bierer.

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