Hühnerschmaus

Die Freunde von Slow Food Augsburg haben sich – einer gewissen Folgerichtigkeit gehorchend – letztes Jahr verstärkt dem Erhalt des Augsburger Huhns angenommen. Siehe hier und dort. Die bildschöne Rasse ist auch an Bord der Arche des Geschmacks, einem weltweiten Projekt der Slow Food Stiftung für Biodiversität. Das Engagement der schwäbischen Nachbarn setzt sich erfreulicherweise dieses Jahr fort. Geht es ums Huhn, lasse ich mich nicht zweimal bitten. Zumal einem die gebratenen Tauben mit solchen Angeboten ja fast in den Mund fliegen.

Am vergangenen Wochenende ging es also nach Augsburg auf den „Holler-Hof“ der Familie Zimmermann (Wellenburger Straße 102, 86199 Augsburg, Tel. 0821-9981904):

augsburger-1Auf den Weiden rund um das Gut tummeln sich Gänse und Angusrinder (Mutterkuhhaltung):

augsburgerDie Hühner sind Chefinsache von Susanne Zimmermann. Bei der gemeinsamen Begehung im sehr großzügigen Freilandbereich treffen wir neben den Augsburgern (wahrlich eine Augenweide!) auch auf eine Schar Mechelner (Kuckucksperber):

augsburger-8Diese Zweinutzungsrasse stammt aus der Region um die flämische Stadt Mechelen. Sie wird – wie auch das Augsburger Huhn – von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) in der Kategorie I (= extrem gefährdet) gelistet. Um deren Existenz zu sichern, gilt es Nachfrage in den Küchen zu generieren. Damit Bauern für das Angebot sorgen. Losung: Essen, was man retten will!

Zwei Sulmtaler sind auch herumgelaufen. Schließlich werden noch „Bauerngockel“ (nichts anderes als Hybridhühner – siehe unbedingt hier) gehalten. In jedem Fall haben alle auf dem Holler-Hof ein Leben vor dem Tod: Extensive Freilandhaltung, hofeigenes (gentechnikfreies) Futter, späte eigene Schlachtung.

augsburger-4augsburger-6augsburger-3augsburger-7augsburger-5augsburger-2augsburger-9Der Hofladen der Zimmermanns hat am Freitag von 10-12 und von 15-18 Uhr, sowie am Samstag von 9-13 Uhr geöffnet.

Zum Ausgleich der Handelsbilanz zwischen Ingolstadt und Augsburg am vergangenen Samstag – die Schwaben holten auf der Schanz drei Bundesliga-Punkte – haben wir drei Gockel mitgenommen. Von links nach rechts (Schlachtalter): Mechelner (7 ½ Monate), Hybrid (3 Monate) und Augsburger (7 ½ Monate):

augsburger-10Die Nacht über verbrachten die drei in einer Salz-Kräuter-Lake. Am Sonntag fand sich dann eine feine Tafelrunde zusammen. An bewährter Stelle – siehe hier und da. Danke Matthias! Den Augsburger haben wir im „Spülgang“ gemacht – das geht so und so. Er geriet leider einen Tick zu trocken. Trotzdem war er sehr schmackhaft (mit Anklängen von Fasan und Feldhase). Der Mechelner war aromatisch milder. Noch dezenter der „Bauerngockel“. Beide waren sehr saftig – der Holzbackofen glänzte hier.

augsburger-11augsburger-12augsburger-13Wissen woher mein Essen kommt. Immer (wieder) gut. Grüße nach Augsburg!

Reines Brot

Wie bereits im April – beim Reinen Bier – haben wir wieder einen Tisch ins Museum für Konkrete Kunst gestellt. Diesmal mittenrein, die Besucher der Veranstaltung drumherum. Daran Platz genommen haben: Franz-Josef Fischer (Müller in der Lehenmühle), Wolfgang Erhard (Bäcker in der Bäckerei Erhard), Max Kuttenreich (Bäcker in der Bäckerei Kuttenreich) und die beiden „Eigenbrötler“ und Hobbybäcker Matthias Fleige (Stellvertretender Leiter von Slow Food Ingolstadt und Mitglied der Einkaufsführer-Kommission Slow Food Deutschland) und Frank Martin Wille. Die Moderation lag bei Markus Hahnel (Leiter von Slow Food München). Ulla Eller versorgte die tätige Runde bewährt mit Speis und Trank. Die laufende Erntezeit verhinderte leider die Teilnahme eines Protagonisten vom Beginn der Wertschöpfungskette – Landwirt Franz Josef Mayer (Biohof Mayer).

Mit viel Lust und Leidenschaft ging es durch alle denkbaren Themen unser tägliches Brot betreffend. Frank Martin Wille schob sogar einen Ofen herein und befüllte ihn mit mitgebrachtem Teig. Ein bemerkenswerter, beflügelnder Abend der traditionell, wie bei Slow Food üblich, mit einem gemeinsamen tafeln endete. Dafür gab es Brot der Meister und Eigenbrötler, Schinken und Wurst von Wolfgang Speth (Schinken-Ambiente) und Joseph Huber (Metzgerei Joseph Huber), sowie Bier vom Neuburger Juliusbräu. Herzlichen Dank für jede Mittäterschaft und Beihilfe!

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mkk brot (15)Aufgemerkt – die Serie geht weiter: 22.09. (Reines Design), 27.10. (Reine Wurst) und 24.11. (Reine Architektur).

„Farm to table“ im Schutterhof

Anspiel der Biergartensaison 2016. Gleich zum Vatertag. Mit der Familie! Im Schutterhof. Frühling in der Luft. Und Allerlei der Jugendblasmusik Zuchering. Im Krug der Nordbräu 1516 Jubiläums-Sud.

Es folgt ein wunderbares „Farm to table“ sowie „Shake the hand that feeds you“ Erlebnis: Im Mittelpunkt ein Angusochse. Aus Weidehaltung vor den Toren der Stadt. Biozertifiziert nach Naturland (Biohof Wagner). Er findet über die Metzgerei Joseph Huber seinen Weg auf den Holzkohle(!)grill der Familie Mödl. Und dann auf unseren Tisch. Mit viel besseren Knödeln als letztes Jahr. Mit am Tisch sitzen: Karola und Manfred Wagner, sowie Claudia und Joseph Huber. Doch, das geht!

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Manfred Wagner, Rafael u. Andrea Mödl, Joseph u. Claudia Huber

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Im Hohenloher Land

Anfang Februar in Nürnberg, nach der heurigen Biofach, lernte ich Martin Seefried auf einer Party (Danke Florian Bailey!) kennen. Der ausgebildete Koch und Metzgermeister betreibt in Abenberg (mittelfränkischer Landkreis Roth) seine Naturmetzgerei. Hier verarbeitet und veredelt er handwerklich ausschließlich Fleisch von der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall. Unter der gewichtigen(!) Losung „Wissen wo’s herkommt“ organisierte Seefried für Ende April einen „Bauernbesuch“ bei seinen Lieferanten. Einen ganzen Tag dem guten, sauberen und fairen Essen nachspüren… In angenehmer Gemeinschaft… Mit einem umtriebigen Gastgeber… Und überhaupt wollte ich schon lange Rudolf Bühler, dem Gründer der Erzeugergemeinschaft, einen Besuch abstatten: Aus dem Stegreif ließ ich mich auf die Gästeliste setzen!

Letzter Samstag – 9:00 Uhr – Treffpunkt bei den Seefrieds. Mit dabei Moritz, der(!) Ingolstädter Metzger Joseph Huber und dessen Tochter Pia. Für das gemeinsame automobile Reisen – bereits herrlich s l o w – stand ein Kässbohrer Setra S11 (Henschel-Motor mit 170 PS und Dachverglasung für den Panoramablick) von 1967 bereit. Damit ging es durch das wunderschöne Hohenloher Land. Unter anderem mit Pastrami und Beef Jerky:

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Unsere anständigen Gastgeber: Cornelia und Martin Seefried

besh (4)besh (5)besh (6)besh (7)Angekommen in Wolpertshausen begrüßten uns Rudolf Bühler und Simon Rajan. Gemeinsam ging es sogleich auf eine der Eichelmastweiden. Anfang der 80er Jahre galt das Schwäbisch-Hällische Schwein („Mohrenköpfle“) als faktisch ausgestorben. Mit weniger als zehn Tieren begann Bühler zusammen mit engagierten Bauern der Region die Wiederbelebung der alten Landrasse. Heute gehören gut 1.500 Bauernhöfe zur Gemeinschaft, die nach dem Prinzip der bäuerlichen Selbsthilfe arbeitet und sich für die bäuerliche Regionalentwicklung in Hohenlohe engagiert. Das Schwäbisch-Hällische Schwein ist übrigens Passagier des Biodiversität-Projekts Arche des Geschmacks von Slow Food:

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Rudolf Bühler

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besh (44)Ein weiteres, besonderes Anliegen Bühlers ist die Bereicherung der Esskultur durch gute, nachhaltig erzeugte Gewürze. Deshalb gründete er 1997 zusammen mit Hohenloher Bio-Bauern den Anbauverband Ecoland. Die Unternehmung umfasst heute weltweit 1.300 Bauernfamilien mit Projekten in Deutschland, Rumänien, Serbien und Indien. Die Sache ist ihm so wichtig, dass er uns kurzerhand zu sich nach Hause in seinen „Sonnenhof“ bat und dort ins Thema einführte. Inklusive einer Begehung des Gewürzlagers. 1000 Nasen müsste man haben…

besh (26)besh (27)besh (46)Weiter ging es nach Rosengarten zu Daniel Voigt, der sich als Wanderschäfer in der 7. Generation mit Leidenschaft dem Hohenloher Weidelamm (Merino-Landschafe) widmet:

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Wanderschäfer Daniel Voigt

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Joseph Huber und Martin Seefried

besh (37)besh (41)besh (43)Es war einer dieser Tage, die sich am Abend wie eine halbe Woche Urlaub anfühlen. Herzlichen Dank für das dabei sein dürfen!

Stammtisch im Museum

Wie bespielt man mit Tiefsinn und Lust das weite Feld „Reines Bier“ am Vorabend seines großen Geburtstags? Noch dazu im Museum. Wir haben lange gegrübelt. Die rettende Idee hatte dann Ralf Trogus, als er laut nachdachte: „Ich sehe dafür immer einen Tisch“. Ja klar! Wo ist der vollendete Platz (neben dem Biergarten) um dem Bier gut zuzusprechen? Im Wirtshaus. Und wo dort? Am Stammtisch! Nach diesem Ankerwurf machten wir uns auf den Weg. Mit einem achtbaren Plakat. Und wunderbarer Unterstützung vieler Helfer – herzlichen Dank dafür! Meine besondere Anerkennung geht an:

Katrin und Max Krieger (Riedenburger Brauhaus) fürs Mitreden und für „Viva Bavaria“ und „Dolden Dark“. Bryan France (Yankee&Kraut) ebenfalls fürs Mitreden sowie Michael Kenne (Bierschmankerl) für Bryans „Eden Pale Ale“ und die Kühlung. Andrea und Wolfgang Erhard (Bäckerei Erhard) für das Brot („Anno 1516“), Wolfgang Speth (Schinken-Ambiente) und Joseph Huber (Metzgerei Joseph Huber) für Wurst und Schinken. Jesuitenquelle für das Wasser. Moritz fürs Zeichnen, Elisabeth Jungwirth fürs Blumige, Ulla Eller fürs Bedienen und Granteln. Meinen Stammtischgeschwistern Melita Schluttenhofer, Moni Islam und Matthias Fleige. Und natürlich der Hausherrin Simone Schimpf für die Gastfreundschaft.

Im Donaukurier haben wir es mit unserer denkwürdigen Darbietung in den Kulturteil geschafft:

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Quelle: Donaukurier (Katrin Fehr) 23./24.04.16, Seite 17

Allerdings ohne Foto. Die liefere ich jetzt nach. Gemacht hat sie – Danke! – Lars Peschke.

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