Beste vegetarische Länderküche

Schon drei Wochen her – aber der Erwähnung wert! Die Beteiligten sind durchweg gute, frische Bekannte in meinem Blog. Allen voran Katharina Seiser (esskultur). Sie versammelte in München die drei Autoren ihrer “vegetarisch”-Reihe – Meinrad Neunkirchner (Freyenstein), Stevan Paul (NutriCulinary) und Claudio Del Principe (Anonyme Köche) – um die Töpfe. Weil es hier so schön passt, mal wieder das Zitat von Jürgen Prochnow in “Das Boot”: “Gute Leute muss man eben haben. Gute Leute!”

3köche1Ein genussvoller Abend nahm seinen Lauf. Katharina entlockte dem kochenden Trio allerhand Kurzweiliges über die jeweilige Länderküche und das Entstehen der Bücher.

3köcheEs gab Fenchelsalat mit Orangen und Oliven-Crostini (Seite 131/Italien), Himmel & Erde (Seite 132/Deutschland) und Topfenknödel auf Hollerröster (Seite 251/Österreich). Kein Streichergebnis! Am Ende galt es trotzdem den Tagessieger zu wählen – die Veranstaltung hatte nämlich den Untertitel: 3 Köche, 3 Küchen, ein Sieger. Nachdem zuvor in Wien Meinrad Neunkirchner sein Heimspiel nutzen konnte, gewann in München Stevan Paul für Deutschland vegetarisch.

Die Reihe wird 2015 fortgesetzt. Gut so! Mit welcher Länderküche? Damit rückte Katharina natürlich (noch) nicht raus. Nachdem ich mir aber alle ihre Äußerungen zum Thema durch den Kopf habe gehen lassen, gebe ich einen Tipp ab: Das Buch wird in Wien verlegt – König Johann III. Sobieski würde Augen machen…

Wer wissen will, welches Kochbuch ich mir in 2015 als erstes besorgen werde, schaut zum Ende des Berichts. Hier zunächst einige Bilder vom Abend:

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Also. Erscheint am 12. Januar. So lasse ich mir vegan schmecken! Katharina schreibt dazu: „ich finde, genau dieses hat gefehlt: 70 traditionell rein pflanzliche – also immer schon vegane – rezepte aus über 20 ländern. aber es enthält – logischerweise – kein einziges (!) ersatzprodukt.“

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Quelle: www.esskultur.at

 

Das muss kesseln!

Mitte November 2014. Nördliche Hallertau. Milder Spätherbst. Zwischen den leeren Hopfengärten blüht der Senf.

sf kochen 38Rauke wird gezupft, frischer Kren gerieben, Majoran und Zwiebel (Höri Bülle - Slow Food Archepassagier) geschnitten. Verschiedene Brotsorten gehen auf. Feine Bierflaschen ploppen. Köstliche Zwetschgen-Chutneys warten. Auf dem Feuer, im Kessel: Allerlei (Kronfleisch, Zunge, Leber, Herz) vom Murnau -Werdenfelser Rind (Slow Food Archepassagier).

Kurz: Slow Food Ingolstadt (Kochgruppe) war wieder einmal zu Gast bei Matthias. Was für ein Nachmittag/Abend! Danke!! Das Folgende ist selbsterklärend. Bis auf das letzte Bild. Wobei – an solchen Kraftplätzen darf mit allem gerechnet werden:

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Burgenland begegnet Ingolstadt – ganz slow

Zuallererst ein herzliches Dankeschön an die Brüder des Kapuzinerklosters Ingolstadt. Für ihre tolle Gastfreundschaft! Wie schon zum fünfjährigen Bestehen von Slow Food Ingolstadt waren wir auch letzten Sonntag bei ihnen bestens aufgehoben.

andert1Willkommener Besuch aus einer besonderen Genussregion hatte sich angekündigt: Demeter-Winzer Michael Andert und Fleischhauer (so heißen die Metzger in Österreich) Martin Karlo.

andert3Beide sind Mitglieder bei Slow Food Burgenland und kommen aus Pamhagen. Die kleine burgenländische Gemeinde liegt zwischen dem Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel und der ungarischen Grenze.

andert2Während Andert uns kurzweilig seine Weine und deren Lebensräume nahebrachte,

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schmurgelte Karlo in der Küche.

andert6Graues Steppenrind, Wasserbüffel und Mangalitza Schwein.

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Die stetig erfreulichen Ergebnisse von dort führten regelmäßig zum Öffnen neuer Flaschen. Das Genuss-Karussell drehte viele Runden…

andert7Im Besonderen hat sich Karlo dem Grauen Steppenrind verschrieben. Die alte fast ausgestorbene Haustierrasse zählt heute wieder um die 500 Tiere und weidet nach Vorgaben der biologischen Landwirtschaft im Nationalpark. Selbst geschlachtet (Mindestalter 3 Jahre) veredelt Karlo das Fleisch zu Rindersaftschinken, Rohschinken und Würsten. Ohne Geschmacksverstärker und Chemie – mit Gewürzen und Handwerk. Das Frischfleisch hat einen kräftig ausgeprägten Rindfleischgeschmack und eignet sich besonders gut zum Sieden und Schmoren. So war auch das herrliche Gulasch – zusammen mit dem schon legendären Brot von Matthias – mein kulinarisches Gipfelerlebnis der Veranstaltung. Schnell war ich mir auch mit Pater Jose einig, dass ein gutes Gulasch ein Gottesbeweis ist!

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Das eingelegte Gemüse steuerte Michael Andert bei. Wie natürlich seine Weine – durchweg eigene Persönlichkeiten. Diese polarisieren zuweilen. Mich begeisterten(!) der 2011er „Lærchenfeld“ (90% Cabernet Sauvignon, 10% Zweigelt – gebrauchtes Barrique), der 2012er „Ruländer“ (großes Holzfass) und das 2012er weiße Cuvée “Pamhogna” (70% Ruländer, 25% St. Neuburger, 5% Weißer Burgunder – großes Holzfass).

andert4Zusammen mit seinem Bruder Erich bewirtschaftet Michael das biodynamisch zertifizierte (Demeter) Weingut. Die ca. 4,5 ha Rebflächen stehen auf Schwarzerdeböden. Gelesen wird händisch. Als Dünger dient ausschließlich natürlicher Mist. Der Pflanzenschutz kommt ohne Insektizide und Herbizide aus. Hefen: Naturhefen/Spontanvergärung. < 50.000 Flaschen.

Mein letzter Besuch im Burgenland liegt leider schon etwas zurück. Sommer 2011 (Weingut Moric, Umathum/Stecovics, Hannes Reeh, Fischrestaurant Varga und Gasthaus zur Dankbarkeit. Wen ich das nächste Mal besuche… eh klar!

Frei nach Lurchi: „Lange schallt’s im Walde noch: Slow Food lebe hoch!“

“Ingolstädter” Neuzugang im Slow Food Genussführer 2015

Fünf gute Nachrichten:

1. An Michaeli (Montag, 29. September 2014) erscheint der neue Slow Food Genussführer 2015. Es ist seine zweite Ausgabe (Erstausgabe). Das neue Gwand:

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3. Der Preis = 19,95 EUR ist gleich geblieben.

4. Es wird einen Genussführer 2016 geben.

5. Slow Food Ingolstadt steuert eine Neuaufnahme bei und hat damit diese sechs Wirtshäuser im Buch. Im Genussführer gelistete Genussstätten erkennt man am Aufkleber (klebende Wirte 1 und 2).

Wer Vielfalt und Regionalität wertschätzt, kauft das Werk selbstverständlich beim lokalen Buchhändler ;-) (Motto: Essen was man schützen will – dort kaufen was man bewahren will – leider, leider macht am 31.12.14 die Thalia-Buchhandlung in der Fußgängerzone zu…).

Unser Neuzugang? Das Gasthaus Bauer in Rieshofen! Der treue extra prima good-Leser kennt es bereits von dieser Schwärmerei. Nachfolgend einige Impressionen von einem der Testessen dort:

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Marginalie (28) – Dîner en blanc in Ingolstadt

In der letzten Donaukurier-Beilage “Der Sonntag” (9./10.08.) findet sich ein Bericht über das Picknick-Phänomen “Dîner en blanc”:

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Ich habe immer schon damit geliebäugelt, einmal an einem solchen teilzunehmen. Gemeinsames, lustvolles Tafeln – so viele offene Türen kann man bei einem Slow Foodler gar nicht einrennen! Freilich würde ich neben der weißen Garderobe besonders darauf achten, dass vor mir gutes Essen und Trinken steht…

Das besondere Picknick ist eine Domäne der (weltweiten) Großstadt. Laut Donaukurier finden sich aber in unserer Region ebenfalls Tafelrunden zusammen. So wird aus Neuburg und Berching berichtet. Allein in Ingolstadt… Dabei gibt es seit 2009 einmal im Jahr vor Ort ein Abendessen in Weiß. Den Fotos nach fand dieses bisher abwechselnd im Planetenpark (Schlosslände), im Park vor dem Christoph-Scheiner-Gymnasium und im Park neben dem Herzogskasten statt. Die Teilnehmerzahl war immer …. überschaubar.

Nächstes Jahr bin ich dabei! Und ich werde es meinen Slow Food Freunden nahelegen. Die Website des Dîner en blanc Ingolstadt findet sich hier. Termin 2015 ist der 20. Juni um 19:30 Uhr. Der Ort ist bis zum Veranstaltungstag offen. Laut den Regeln wird um 22 Uhr abgebaut. Man folgt hier offensichtlich dem “Wenn es am schönsten ist”-Ansatz. Ob dem auch wirklich so ist – wir werden sehen. Ein Problem gilt es noch zu lösen: Ich habe (noch) keine weiße Hose…

(27) – Marginalie – (29).