Genussführer im Donaukurier

Heute auf Seite 16 im Donaukurier: Ein Bericht über die zweite Ausgabe des Slow Food Genussführers. Wie passend! – erst gestern Abend waren wir wieder bei einem Kandidaten zur Musterung. Ich darf verraten, er hat einen großen Schritt Richtung seiner Empfehlung für die dritte Ausgabe 2016 gemacht…

Der Donaukurier stellt fest: “Unmittelbar aus Ingolstadt ist auch in dieser Auflage kein Restaurant vertreten, obwohl es dort sogar ein eigenes Convivium gibt.” Das stimmt. Leider! Die von Slow Food Ingolstadt positiv beurteilten Wirtshäuser finden sich alle in den umliegenden Landkreisen (die zu unserem Conviviumgebiet gehören). Auch das aussichtsreiche, gestern besuchte Haus.

dk genussführer

Marginalie (31) – Rettungsring

Der Bericht vor dem Mittagessen war jetzt vielleicht doch ein bisserl viel Burgenland… Österreich… Oder zu wenig? Zu wenig! Solche Sehnsuchtsanfälle – namentlich wenn dann auch noch Wien ins Spiel gerät – sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wohl dem, der jetzt weiß wo er – ohne die Koffer zu packen – schnelle Tröstung und Erbauung erfährt: Pfarrgasse 6 – “Patisserie Chocolaterie mundgerecht”:

mundgerecht sacherGeretttet!

En passant – viele Läden reden heute von der Verwendung regionaler Produkte. Ein Blick auf die Website von mundgerecht zeigt, wie das wirklich geht – Respekt!

mundgerecht lieferanten(30) – Marginalie – (32).

 

Burgenland begegnet Ingolstadt – ganz slow

Zuallererst ein herzliches Dankeschön an die Brüder des Kapuzinerklosters Ingolstadt. Für ihre tolle Gastfreundschaft! Wie schon zum fünfjährigen Bestehen von Slow Food Ingolstadt waren wir auch letzten Sonntag bei ihnen bestens aufgehoben.

andert1Willkommener Besuch aus einer besonderen Genussregion hatte sich angekündigt: Demeter-Winzer Michael Andert und Fleischhauer (so heißen die Metzger in Österreich) Martin Karlo.

andert3Beide sind Mitglieder bei Slow Food Burgenland und kommen aus Pamhagen. Die kleine burgenländische Gemeinde liegt zwischen dem Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel und der ungarischen Grenze.

andert2Während Andert uns kurzweilig seine Weine und deren Lebensräume nahebrachte,

andert8

schmurgelte Karlo in der Küche.

andert6Graues Steppenrind, Wasserbüffel und Mangalitza Schwein.

andert5

Die stetig erfreulichen Ergebnisse von dort führten regelmäßig zum Öffnen neuer Flaschen. Das Genuss-Karussell drehte viele Runden…

andert7Im Besonderen hat sich Karlo dem Grauen Steppenrind verschrieben. Die alte fast ausgestorbene Haustierrasse zählt heute wieder um die 500 Tiere und weidet nach Vorgaben der biologischen Landwirtschaft im Nationalpark. Selbst geschlachtet (Mindestalter 3 Jahre) veredelt Karlo das Fleisch zu Rindersaftschinken, Rohschinken und Würsten. Ohne Geschmacksverstärker und Chemie – mit Gewürzen und Handwerk. Das Frischfleisch hat einen kräftig ausgeprägten Rindfleischgeschmack und eignet sich besonders gut zum Sieden und Schmoren. So war auch das herrliche Gulasch – zusammen mit dem schon legendären Brot von Matthias – mein kulinarisches Gipfelerlebnis der Veranstaltung. Schnell war ich mir auch mit Pater Jose einig, dass ein gutes Gulasch ein Gottesbeweis ist!

andert9

Das eingelegte Gemüse steuerte Michael Andert bei. Wie natürlich seine Weine – durchweg eigene Persönlichkeiten. Diese polarisieren zuweilen. Mich begeisterten(!) der 2011er „Lærchenfeld“ (90% Cabernet Sauvignon, 10% Zweigelt – gebrauchtes Barrique), der 2012er „Ruländer“ (großes Holzfass) und das 2012er weiße Cuvée “Pamhogna” (70% Ruländer, 25% St. Neuburger, 5% Weißer Burgunder – großes Holzfass).

andert4Zusammen mit seinem Bruder Erich bewirtschaftet Michael das biodynamisch zertifizierte (Demeter) Weingut. Die ca. 4,5 ha Rebflächen stehen auf Schwarzerdeböden. Gelesen wird händisch. Als Dünger dient ausschließlich natürlicher Mist. Der Pflanzenschutz kommt ohne Insektizide und Herbizide aus. Hefen: Naturhefen/Spontanvergärung. < 50.000 Flaschen.

Mein letzter Besuch im Burgenland liegt leider schon etwas zurück. Sommer 2011 (Weingut Moric, Umathum/Stecovics, Hannes Reeh, Fischrestaurant Varga und Gasthaus zur Dankbarkeit. Wen ich das nächste Mal besuche… eh klar!

Frei nach Lurchi: „Lange schallt’s im Walde noch: Slow Food lebe hoch!“

Fingerzeig (16) – Gehe zurück nach der Schäffbräustraße

Beim Monopoly geht es für gewöhnlich nach vorne: Rücke vor bis… Eine Abweichung gibt es davon: “Gehe zurück nach der Badstraße”. So ähnlich könnte auch eine Ereigniskarte der Ingolstädter Gastroszene lauten. Was ist passiert? Die “Locanda Artusiana” gibt es nicht mehr!

locanda altVor dem Haus in der Kanalstraße 2 erblickt man jetzt innerhalb der vier alten Bohrlöcher die Beschilderung des Ristorante “La Locanda”:

locanda neu

Eine kurze Aufklärung tut not. Bitte sehr:

Im März 2012 eröffnete Katia Garelli in der Schäffbräustraße 3 ihr wunderbares “Artusiana – Pasta fresca e salsa”. extra prima good berichtete begeistert vom Startblock weg: Neu und Gott sei Dank in Ingolstadt. Sowie in der Folgezeit: Slow Food und Hellas im Artusiana.

Ende 2013 öffnete sich eine weitere Türe. Fast ein Jahr nach dem Ende der “Nudelstube Carrara” sollten in der Kanalstraße 2 wieder die Töpfe dampfen. extra prima good widmete dem Ereignis eine kleine Serie: Vorsprung durch Genuss, Auf der Zielgeraden und Offen!

“Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen” ließ uns John Lennon wissen. Im Gegensatz zum “Artusiana” sollte die “Locanda Artusiana” auf mehreren Schultern ruhen. Leider traten im baldigen Fortgang zwischen den Beteiligten doch recht unterschiedliche – und dann letztlich unüberbrückbare – Denkweisen zur Einkaufs- und Kochphilosophie auf. Man trennte sich. Die “La Locanda” wird nunmehr von Mauro Castagna geführt. Zur gegenwärtigen Küche kann ich nichts sagen, freue mich aber darüber, dass der Ort weiter bespielt wird.

Gehe zurück nach der Schäffbräustraße – ins ursprüngliche “Artusiana” – heißt es für jene, die Katia Garellis frische, täglich selbstgemachte Pasta schätzen. Die besonderen Wert auf regionale Produzenten und Saisonalität legen. Slow Food eben.

katia2Artusiana, Schäffbräustraße 3, 85049 Ingolstadt, Tel. 0841/97071119. Dienstag bis Samstag von 10 bis 15 Uhr. Vor Ort genießen. Einkaufen für zu Hause. Feierservice (Catering) bis 40 Personen (mehr hat sie sich noch nicht getraut…).

katia(15) – Fingerzeig – (17).

Himmlischer Hochgenuss (wenn auch zu früh)

Seit Montag gibt es beim Erhard wieder Lebkuchen. Vor weniger als zwei Wochen endeten erst die Sommerferien… Diese Feststellung musste jetzt sein! Bekanntlich schätze ich Lebkuchen. Meine Saison beginnt aber traditionell nicht eher als zwei Wochen vor der Adventszeit – heuer also am 16. November. Dann jedoch fallen alle Hemmungen…

Was wäre die Regel ohne Ausnahme?! Am Sonntag gab es Gelegenheit die Vorfreude ordentlich anzuheizen. Und ich machte sie. Die Ausnahme. Stolze 16(!) verschiedene Sorten umfasst das aktuelle Lebkuchen-Sortiment vom Erhard. Alle wurden präsentiert und baten, nein beschworen die Besucher, verkostet zu werden.

erhard leb1erhard leb2Was soll ich sagen? “Kostet und seht, wie gütig der Herr ist” heißt es im Buch der Psalmen (34 Vers 9)... Handwerk in Vollendung. Eine runde Sache (frei nach Günter Grünwald). Entzücken. Die Lebkuchen-Instanz.

Der Meister – Wolfgang Erhard – im Kreis seiner Geschöpfe:

erhard leb3Jedes Jahr gibt es eine neue Kreation. Immer wieder gerne kommt extra prima good seiner Chronistenpflicht nach: 2010 Holunderbeer. 2011 Caramel-Krokant. 2012 Vanille-Birne. 2013 Aprikose-Ingwer. Letzterer hat es nicht mehr in die Startaufstellung geschafft.

By the way. Auf dem letzten Foto auch das Logo rechts unten gesehen? Seit Gründung von Slow Food Ingolstadt (2007) ist die Bäckerei Erhard dabei. Freude am Detail? Der Honig im Lebkuchen Honig-Mandel kommt vom feinen Bienenhof Pausch (Bioland).

Moritz löst jetzt die Spannung. Neu 2014 – Haselnuss-Nougat:

erhard leb4Achtung Suchtgefahr! Ich empfehle zur Bewahrung des Status quo parallel zum Genuss unbedingt den Gesamtenergieverbrauch entsprechend zu erhöhen…

Die Garnierung wie auch die Füllung des Neulings besteht aus piemontesischen Haselnüssen. Für weitere Experimente darf ich als Anregung die Schätze unserer Region – Holledauer Haselnuss – nach vorne bitten.

Ausblick: Vom 27.11.14 bis 06.01.15 ist wieder “Winterzauber” auf dem Paradeplatz. Und Wolfgang Erhard ist erneut mit einer Hütte (diesmal zweistöckig) am Start (bereits ab 19.11.). Die Speisekarte kann sich bereits sehen lassen! Neu der “Hütten-Burger” (Bio-Rindfleisch) und erfreulicherweise wieder die Bio-Bratwürste vom Metzger Prosiegel:

erhard leb5Lebkuchen gibt es natürlich auch!