Kloster Scheyern goes Volksfest

Pfaffenhofener Volksfest 2017. Zweifelsohne Grund für eine Notiz. Diesmal ist nämlich zum ersten Mal das Kloster Scheyern mit dabei! Es bespielt mit seinem herrlichen „Hopfazupfa Festbier“ und Erzeugnissen aus der eigenen Landwirtschaft vom Prielhof (Bio-Eier, Bio-Nudeln, Bio-Hendl und Bio-Ochsen) das Traditionszelt. Dazu kommt Bergkäse von der (eigenen) „Geitauer Alm“ (über Bayrischzell). Richtig gehört. Diese hat das Kloster vor zwei Jahren gekauft und im letzten Jahr wieder hergerichtet. Und das mit dem Bio dürfte auch noch nicht so bekannt sein – wie es aber sollte! Seit Jahresanfang 2016 wurde der gesamte landwirtschaftliche Klosterbetrieb auf ökologische Bewirtschaftung nach den Richtlinien von Naturland umgestellt – gaudium magnum! Küchenchef im Traditionszelt ist übrigens Andreas Welker (Slow Food Unterstützer mit seinem PAF´s).

Gestern Abend war ich dort. Die Bio-Hendl von der Mittagskarte waren natürlich schon aus… Im nächsten Jahr werde ich eine „Mittagswiesn“ einlegen. Allein der „geistlichen Beteiligung“ wegen:

Quelle: www.traditionszelt-scheyern.de

Pater Lukas (Cellerar des Klosters), der nach der Komplet noch einmal durch die Reihen ging, wurde von mir mit hilfreicher Lektüre versorgt. Er nahm sie wissend an – für den Winter verabredeten wir vertiefende Gespräche dazu…

In/vor Pfaffenhofen gilt es also den Hut zu ziehen – Volksfest geht auch anders!

Gegenüber vom Traditionszelt befindet sich die Weißbierhütte der Familie Spitzenberger. Dort widmet man sich bereits im dritten Jahr löblich dem guten Hendl. Alles zum Pfaffenhofener Voixfest-Giggal findet sich hier.

Und selbst im großen Zelt der Familie Stiftl (mit denen ich seltenst im Boot sitze) gibt es bayerische Bio-Hendl mit Herkunftsnachweis:

Es gilt hierzu feine und wichtige Unterschiede herauszuarbeiten. Beim diesjährigen Pfingstvolksfest in Ingolstadt sah die Karte beim Stiftl nämlich so aus:

Wie man sehen kann, fehlt der Name des Erzeugers. Und aufgrund des nicht aufgeführten bayerischen Bio-Siegels (das ovale blaue) dürften die Hendl wohl ziemlich sicher nicht aus dem Freistaat kommen (das Siegel wurde vom Landwirtschaftsministerium eingeführt, um sinnvollerweise Bio und Regionalität zusammenzubringen). Für Ingolstädter Verhältnisse ist das aber trotzdem schon (leider) sehr viel… Beim Herbstfest war ja (schon wieder) Land unter. Ach Pfaffenhofen!

Für die ganz Spontanen – heute ist der letzter Tag des Volksfests an der Ilm.

Lebkuchen 2017

Wer steckt dahinter?

Das Ding ist keine FAZ – die bekannte Feststellung würde hier aber auch passen… Es ist trotzdem nicht schwer. Wer steckt in Ingolstadt hinter einem richtig geilen Lebkuchen? Genau!

Es ist wieder an der Zeit. Nicht für mich, ich werde brav bis zur Adventszeit warten. Aber zur traditionellen Präsentation (siehe jene von 2016, 2015 und 2014) mache ich gerne eine Ausnahme. Was wäre das Leben ohne sie?! Schauplatz waren heuer – heute – erstmals die Gewächshäuser der Gärtnerei Trögl:

Der Nachschub hatte einen guten Tag. 17 verschiedene Sorten satt! Groß und Klein ließen es sich schmecken:

Immer mit Spannung erwartet – welche Sorte ist neu? 2017 kommt Kürbis-Chili ins Team:

Der sehr gelungene Kandidat entstand in fruchtbarer Slow Food-Kooperation mit der Familie Hiermeier aus Wellheim. Im Lebkuchen finden sich nämlich unter anderem deren Kürbiskerne, Kürbiskernöl und Kürbiskernmehl. Schön ist das!

Von Bord für Kürbis-Chili ging diesmal – ein Novum – keine Sorte. Mein persönlicher Favorit ist und bleibt

gefolgt von

Das eine kommt, das andere geht. So war heute der letzte Tag der Saison für die Eismacher in der Steuartstraße (bekanntlich ebenfalls directed by Wolfgang Erhard). Und welche Sorte gab es gestern und heute zum Abschied? Sind das nicht schöne Details? Und extra prima good beleuchtet sie 😉

Hallertauer Teigknödel

Letzter Septembertag. Ausflug von Slow Food Ingolstadt in die Hallertau. Nach Larsbach (bei Wolnzach). Der 2017er Hopfen ist eingebracht. Nachzügler lassen es vereinzelt noch einmal duften:

Zu Besuch hatte zunächst Braumeister Gerhard Stanglmayr geladen. 1998 gründete er sein „Lampl Bräu“. Benannt nach dem Hausnamen des Bründlweg 1.

Es werden vornehmlich – zumeist mit Naturdolden – Helles, Dunkles, Weißbier und Pils gebraut. Handwerklich versteht sich. Die Gärung erfolgt in offenen Bottichen. Eine Führung gab uns Einblick in alle Bereiche.

Es gibt auch Experimente. So verkosteten wir neben einem ordentlichen Dunklen ein zwei Jahre gelagertes Helles (inklusive Milchsäuregärung!). Und im Kühlraum steht ein gebrauchtes Slyrs Whisky Fass. Darin ein Brauversuch mit erntefrischem Grünhopfen. Er reift noch. Bier gibt es ab Rampe. Vorher anrufen (08442-2068) und fragen, was verfügbar ist.

Dann näherten wir uns freudig dem tieferen Grund unserer Exkursion. Weniger als 200 m sind es zum Bründlweg 4. Hier findet sich die Gaststätte „Zum Alten Wirt“ – genannt „Huberwirt“:

Jetzt muss ich kurz ausholen. Mit dem wichtigen und zugleich schmackhaften Projekt Arche des Geschmacks will Slow Food die biologische Vielfalt und das kulinarische Erbe bewahren. Passagiere der Arche sind vorwiegend Nutztierarten und Kulturpflanzen. Dazu wird Slow Food Ingolstadt wohl (beim Spargel möchte ich das noch offen lassen) nichts beitragen können. Es gibt aber auch Passagiere, die traditionell handwerklich hergestellte Spezialitäten sind. Da könnte (vielleicht) was gehen. In mehreren Gesprächen wurde nämlich für Teile unserer Region von einigen sachkundigen Mitgliedern (Daniela, Helga und Brigitte) der Teigknödel (Doagknedl) genannt. Dieser wird aus alten Semmeln und Pfannkuchenteig (Mehl, Eiern, Milch und Salz) hergestellt. Unsere Freunde von Slow Food Niederbayern haben hier ein Rezept veröffentlicht. Mir war jener Knödel bis dato gänzlich unbekannt.

Zurück zum Huberwirt. Hier sollen der Wirtin Rita Hölzl besonders gute Doagknedl gelingen. Brigitte (Danke!) organisierte deshalb ein Essen. In diesem Fall mit einem Schweinsbraten als Beilage. Das Wirtshaus ist sehr ursprünglich und sehr speziell – was der Slow Foodler für gewöhnlich schätzt. Montags gibt es zum Karteln nur Getränke. Mittwochs die Knödel. Ohne Reservierung (08442-3954) läuft aber nichts! Dann ist noch ein oder zweimal Richtung Wochenende (aber ohne Essen) geöffnet. Und es gibt die Knödel gegen Vorbestellung (wie bei uns). Gekocht wird mit dem Holzofen!

Ich finde den luftigen Knödel herrlich! Er erinnert an eine Mischung aus Serviettenknödel (freilich ohne Petersilie und Zwiebel) und Böhmischen Knödel (die mit Hefe). Soßenhungrig ohne Ende. Und sicherlich auch ein Gedicht zu Pilzen mit süß-saurer Rahmsoße, als Resteessen vom Vortag in der Pfanne abgebräunt mit verschlagenem Ei, oder im Sommer kalt mit Zwiebeln, Essig, Öl und Salz.

Mit unseren niederbayerischen Slow Food Freunden pflegen wir eine besondere Nachbarschaft. Siehe hier. Und zu den Doagknedln hat sich tatsächlich ein beherzter Disput entwickelt – siehe dokumentiert hier. Eigentlich wollte ich deshalb jetzt Belegstellen für deren oberbayerische Herkunft und Verbreitung auflisten. Was für ein Unsinn. Ich habe bei der Recherche etwas viel Besseres gefunden! Die alles einende Bezeichnung für den Knödel ist nämlich „Hallertauer Teigknödel“ (Weilacher, Regionaltypische Spezialitäten aus Bayern, Seite 62). Und was ist die Hallertau? Eine Kulturlandschaft, die sich über die bayerischen Regierungsbezirke Oberbayern (Landkreise Pfaffenhofen, Eichstätt und Freising) und Niederbayern (Landkreise Kelheim und Landshut) erstreckt…! Einverstanden Georg?

Mich würde interessieren, wo diese Teigknödel in unserer Region (noch) auf den Tisch kommen. Zu Hause und im Wirtshaus. Bitte unbedingt kommentieren! Dann werde ich bei der Arche-Kommission (gerne zusammen mit den Niederbayern) mal anklopfen. Es wird aber wahrscheinlich schwierig werden, da es wohl (nur) eine Rezeptur ist… Aber wie sollen diese sonst praktisch bewahrt werden?! Im Bayerischen Kochbuch (dem Klassiker von Maria Hofmann) findet sich das Rezept noch am ehesten unter Nr. 915 – Fränkische Mehlknödel oder Mehlklöße.

Wirtshaus in Eichstätt? maletter!

Das maletter am Domplatz 1 in Eichstätt will ich nicht mehr missen! Seit meinem ersten Besuch gab es eine Menge gegenseitiger Kontakte zwischen den Machern – Elisabeth Gabler-Hofrichter und Sohn Andreas Hofrichter (er kocht, ganz wunderbar!) – und Slow Food Ingolstadt. Und die waren regelmäßig angenehm fruchtbar. Die Testgruppe des Genussführers hat ein sehr interessiertes Auge in die Töpfe geworfen…

Verschiedene Tapas (die bleibende gute Kernidee) gibt es seit einiger Zeit wahlweise auch als Hauptgericht. Die Namen der Lieferanten zieren erfreulich zunehmend die Speisekarte. Warum sollte man solche Hochkaräter (schaut mal unten nach) auch nicht benennen?! Einmal im Monat ist Kartenwechsel. Immer am ersten Dienstag. Ein Auszug vom Juli 2017:

Und das war der gerade zu Ende gehende August. Man kann auch draußen sitzen….

Was meint Metzgermeister Joseph Huber zum 24h gegarten Schweinebauch von „seinem“ Naturschwein?

Wer aufgepasst hat, freut sich nächste Woche auf die neue Karte ab Dienstag… Nicht ganz. Achtung! Von 02.09. bis 10.09.2017 macht das maletter Urlaub. Und am Montag ist immer Ruhetag. Also Kartenwechsel bei Schulbeginn am 12. September!

Hatte ich schon erwähnt, dass Elisabeth Gabler-Hofrichter und Andreas Hofrichter Slow Food Mitglieder geworden sind? Herzlich willkommen!

Fingerzeig (41) – Golden Facelift

Nach knapp sieben Jahren gönnte sich das Golden ein zartes Facelift. Seit einer guten Woche ist der Ingolstädter Oberburgermeister wieder im Amt. Frisch und aufgeräumt. Es gibt ein paar neue Blickfänge. Die wirklich wichtigen Dinge sind geblieben. Gott sei Dank!

(40) – Fingerzeig – (42).