Pizza in Eichstätt – Wo bist du?

“Was ist ein gutes Lebensmittel?” Der Titel des aktuellen Slow Food Magazins. Für Slow Food ist es gut, sauber und fair. Das bedeutet guter, natürlicher Geschmack – ökologische Nachhaltigkeit bei Urerzeugung, Verarbeitung und Genuss – sowie gerechte Teilhabe/Entlohnung aller an der Wertschöpfung Beteiligter.

eich3 (8)Der Regionaltisch Eichstätt von Slow Food Ingolstadt hat sich vorletzte Woche zum Kriterium “gut” ein ganz besonderes Essen hingelegt: Pizza! Merke: “You can’t make everyone happy. You are not pizza.” Wie kommt der Mensch auf den Geschmack? Zur Schulung der Sinneswahrnehmung ist ein Mittel der sensorische Vergleich einer Vielzahl von Produkten einer Gruppe. Ich mache das sehr gerne, um mein geschmackliches Koordinatensystem zu pflegen und zu entwickeln. Siehe z. B. Weißwurst, alkoholfreies Weißbier, Schweinshaxe, griechischer Joghurt, Krapfen, Lebkuchen oder Karottensaft.

Unter dem Motto “Pizza ante portas” belieferten zeitgleich 12 verschiedene Eichstätter Pizzabäcker das Depot Piemont von Fritz Schäffler:

eich3 (2)eich3 (3)eich3 (4)Hier stand für die Vergleichsverkostung bereits alles am vorbildlichsten bereit. Gute Leute, eine gedeckte Tafel, Bier (das klassische Getränk der Italiener zur Pizza), Wein und Wasser. Schreiner Andreas Deinhart fertigte gar für jeden Tester massive Buchenholzteller, unterteilt mit den Ziffern 1 bis 12 für die einzelnen Schnitten:

eich3 (5)Der Eichstätter Kurier berichtete in einem kurzweiligen Artikel über den Abend. Der Feststellung darin, dass es keinen “Totalausfall” gab, will und kann ich mich aber nicht anschließen:

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Eichstätter Kurier, 17.06.2015, Seite 23

Bei der Blindverkostung haben wir uns natürlich für eine “Pizza Margherita” entschieden. Sie ist eine klassische “Pizza Napoletana” (siehe Verordnung (EU) Nr. 97/2010 der Europäischen Kommission… was für ein Aufwand!). Im (scheinbar) Einfachen erkennt man am besten die Meisterschaft. Man bestelle sich zur verlässlichen Prüfung einer bayerischen Wirtshausküche z. B. einfach nur einen Teller klare Rindfleischbrühe… Zurück zur kreisförmigen Backware: Ihr Belag soll an die Farben der italienischen Flagge erinnern (egal ob die Geschichte vom 11. Juni 1889 in Neapel mit König Umberto I. und seiner Frau Margherita nun stimmt oder nicht): Grünes Basilikum, weißer Mozzarella und rote Tomaten.

Und was machen die Eichstätter Pizzabäcker – alle miteinander? Frisches Basilikum: Fehlanzeige! Mozzarella: Fehlanzeige! Das ist grotesk. Daher der Titel dieses Blogeintrags.

eich3 (6)eich3 (1)Und dabei haben wir uns bei diesem Test lediglich dem Kriterium “gut” gewidmet…

Für das Protokoll: Auf dem Siegertreppchen ganz oben: Ristorante Tartufo (hier gab es auch eine homöopathische, wenn auch leider verbrannte Dosis Basilikum), gefolgt von der Pizzeria Lüften Romeo.

Wie würde der Test wohl in Ingolstadt ausfallen? Findet sich hier eine “Pizza Margherita”? Meine Referenz in dieser Spielklasse habe ich übrigens in Regensburg genossen… privat… aus einem Haushaltsofen (aber mit Pizzastein)… Lieber Holger – brauche dringend eine Auffrischung!

Auf jeden Fall hat die Zusammenkunft – so betrüblich der ein oder andere Bissen auch war – viel Freude gemacht. Kompliment dafür an den Eichstätter Regionaltisch! In der Stadt beginnt sich was zu rühren. Siehe exemplarisch dazu auch den schönen Artikel von Stephan Zengerle im aktuellen Eichstätter Journal – “Slow-Food-Bewegung erreicht Eichstätt”:

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Eichstätter Journal 3.2015, Seite 11

Der nächste Regionaltisch Eichstätt tagt am 21.10.2015 um 19:00 Uhr. Darauf einen Grappa Fritz – Salute!

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Burgerliebe – Die 100 Burger Deutschlands

Es gibt tatsächlich Menschen, die kommen (von weit her) nach Ingolstadt um des Essens willen… Eine Entwicklung der ich viel Erfolg wünsche! Die dafür freilich (viel weiter) zu drehende Stellschraube heißt: Qualität des Angebots…!

Benedikt Groß, Josua Stäbler und Anne-Sophie Ebert touren seit knapp sechs Wochen durchs Land. Letzten Donnerstag war Ingolstadt an der Reihe. Ihr Ziel: Das Golden in der Kupferstraße 28:

100 burgerIhre Mission: “Die nächsten sechs Wochen stehen Burger auf der Speisekarte! Wir sind auf der Suche nach den 100 besten Burgern Deutschlands. Quer durchs Land. Wo die Liebe eben hinfällt. … Wir befinden uns dann mal in den kulinarischen Flitterwochen. Sie beginnen in Stuttgart und werden uns bis hoch in den Norden auf die Insel Föhr führen und ebenso weit in den südlichsten Süden Deutschlands. 4000 Kilometer. 44 Städte. Wir machen abnormal geile Bilder und am Ende das leckerste Fotobuch überhaupt. Wir, das ist die Filmfabrik Schwaben, eine junge Filmproduktion aus dem Stuttgarter Westen. Wir lieben Burger und wollen mit euch die deutsche Burgerkultur entdecken!”

Das mit den “abnormal geilen Bildern” stimmt zweifellos! Seht selbst auf ihrer Tourseite bei facebook. Das Buch soll nach derzeitiger Planung selbst verlegt und noch dieses Jahr gedruckt werden – einen Käufer haben sie jedenfalls jetzt schon ganz, ganz sicher!

Beim Genuss meines derzeitigen Golden-Burgerfavoriten “Hühnchen mit Pilzen” beobachtete ich die drei beim Einsatz:

100 burger2Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, war das Golden die Nr. 77 auf ihrer Suche nach den 100 besten Burgerbratern Deutschlands. Und dass das Golden in diese Aufzählung gehört ist offensichtlich – nicht nur für mich – keine Frage. Glückwunsch in die Kupferstraße! Und weiter gutes Gelingen dem schönen Projekt!

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Biervielfalt probieren (5)

Das halbe Hundert ist voll – der fünfte Teil (zum Beginn der Serie). Lauter feine Biere. Alle auf ihre Art gut bis sehr gut. Die Kandidaten habe ich wie gehabt in Ingolstadts Bier-Mekka – im Donaupoint – gekauft. :-) entspricht den Schulnoten sehr gut und gut. :-| steht für befriedigend und :-( für ausreichend und abwärts. Besonders gelungene Biere bekommen noch einen *:

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Von oben nach unten, von links nach rechts:

Kehrwieder Prototyp, Schalchner 5-Korn, Mittenwalder Karwendel Hell, Mittenwalder Berg Gold Export, Zötler 1447, Bayreuther Hell, Hoppebräu Vogelwuid, Hoppebräu Wuidsau, Giesinger Dunkel, Mahrs Bräu E.T.A. Hoffmann.

Fortsetzung der Serie? Auf jeden Fall! Hunderte von interessanten Gebräuen warten im Donaupoint (und überhaupt!) darauf probiert zu werden. Im Blog werde ich aber nur noch über geschmackliche Volltreffer und Besonderheiten berichten, z. B. über solche: Den “Granitbock Wildbrett” vom Mühlviertler Landhausbräu Hofstetten:

granitbockWie lautet die Überschrift? Biervielfalt probieren. Dann ist auch so etwas drin:

“Um dieses Projekt umzusetzen haben wir Raboso Rotweinfässer von Sandre Vini (IT) organisiert. Diese wurden mit Granitbock gefüllt und im Laufe der Monate setzte sich aus der bunten Flora des Weinfasses vor allem eine wilde Brettanomyces Hefe durch. Diese „wilde Brett“, ist vor allem beim Rotwein für den Charakter der Pferdedecke bekannt. Neben dieser Hefe haben aber auch Lactobacillen zu gären begonnen und so ist ein wunderbares süßsaures Spiel im Granitbock entstanden. Durch eine dezente Flaschengärung gelang wieder die nötige Kohlensäure ins Bier und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Im Antrunk erkennt man eine zurückhaltende Säure, dann duellieren sich Malz- und Röstaromen mit der Brettanomyces. Von Minute zu Minute gibt dieses Bier immer neue Eindrücke frei – eine gigantischen Dynamik die man hier erleben kann. Wir sind schon sehr gespannt, wie sich dieses Bier im Laufe der Jahre weiterentwickeln wird.” – Website Landhausbräu Hofstetten.

Ich habe es zu einem Rotschmierekäse (Tilsiter) genossen – herrlich!

Weißbiertest: Die Alkoholfreien – Update (4)

Wenn man mal mit etwas angefangen hat… Zwei weitere alkoholfreie Weißbiere haben mich gefunden: Nr. 16 – Maisel’s Weisse (23 kcal/100 ml) und Nr. 17 – Jacob Weissbier alkoholfrei (19 kcal/100 ml):

jacob maiselDie Reihe hat im April 2012 begonnen – Nr. 1-11, 12-13, 14 und 15.

Licht und Schatten. Einmal das schön balancierte (Hopfen/Malz) erfrischende Maisel. Es wurde mir in den Kommentaren zur Serie bereits zweimal empfohlen – zu Recht! Und dann das Jacob. Sauer, flach, nicht das Meine.

Biervielfalt probieren (4)

Wir schreiten voran: Der vierte Teil. Hier der Beginn der Serie.

Erwartungsgemäß sensationell der “Dolden Boom” (der Zweite – Premiere war im Frühjahr). Ein Gemeinschaftsprojekt der Riedenburger mit der New Yorker Brooklyn Brewery. Während beim “Dolden Sud” die fortlaufenden Sude auf der Flasche benannt werden, sind bei der Rarität “Dolden Boom” die einzelnen Flaschen nummeriert…  Stark auch der weihnachtliche Klassiker aus Titting – der Weizenbock von Gutmann. Mir diesmal ein Tick zu bitter (für ein Münchner Hell), die schwarmfinanzierte “Untergiesinger Erhellung”.

Alle Biere habe ich selbstredend im Donaupoint gekauft. :-) entspricht den Schulnoten sehr gut und gut. :-| steht für befriedigend und :-( für ausreichend und abwärts. Besonders gelungene Biere bekommen noch einen *:

biertest-4Von oben nach unten, von links nach rechts:

Schäffler Bräu Zwickl, Spalter Premium Pils Nr. 1, St. GeorgenBräu Kellerbier, Brauhaus Nittenau Stockenfelser Geisterbräu, Gutmann Weizenbock, Weißenoher greenMONKey Polaris, Weißenoher greenMONKey Hersbrucker, Weißenoher greenMONKey Mandarina, Giesinger Untergiesinger Erhellung, Riedenburger Dolden Boom.

Fortsetzung.