Moderne Landwirtschaft – sogenannte

Ich musste es mir einmal vor Ort selbst ansehen. Also machte ich kürzlich beim Motorradfahren einen kurzen Abstecher nach

Die kleine Dorf empfängt einen mit seiner Schokoladenseite. Ich wollt ich wär ein Huhn – bis dahin gerne in Eschelbach…

Kurz nach dem Ortsausgang war es mit der imaginierten Inkarnation als Huhn auch schon wieder vorbei. Gleich zwei dieser Unappetitlichkeiten lagern hier:

Kinderteller! Blick nach rechts: Das personifizierte Grauen erscheint – die größte(!) Hühnermastanlage in Bayern (für 145.000 Tiere):

Ich ahnte ja was kommt. Trotzdem war ich für einen Moment wirklich fassungslos – was für ein W a h n s i n n. Diese Konzentration kann nicht richtig sein. Unter keinem Blickwinkel, unter keinem Aspekt. Es kotzt mich weiter an… Heute in genau zwei Monaten ist Landtagswahl in Bayern – was freue ich mich darauf! Übrigens – wo immer die Kreaturen nach ihrer Erlösung von dieser Anlage auch landen – sie werden, zumindest in unseren Breiten, als regionales (ober)-bayerisches Huhn vermarktet werden… Merke! Regionalität alleine ist gar nichts.

Es sollte beim Geflügel bleiben – auf dem Heimweg war ich auf der Suche nach einer heilsamen Augenweide. Gut, dass ich weiß, wo solche (noch/wieder) zu haben sind. Im Ingolstädter Süden wurde ich fündig. Ich wollt ich wär ein Truthahn:

Warm and long summer nights

This is a short post especially for my (very!) good friends Kirsten, Caroline and William. They live in Sarasota, Florida/USA. We last saw each other in 2015, when we had a blast while being their guests. Next year they will come to Europe again – hopefully. Miss you guys! William (Bill) was the one, who offered me my first dry hopped beer – that was in New York in the early nineties…

Well – these days I discovered (here) a very special beer. What a surprise! Have a look:

The writing on the bottle can be translated like this:

„Sarasota Summer Ale dry hopped
Inspired by warm and long summer nights in Sarasota, Florida, while sipping our unfiltered summer ales, you will find the sweetness of aromatic fruits and a pleasant bitterness of Hallertau Cascade and Saphir hops. The golden yellow refreshment for summer beer enjoyment.“

The beer is brewed in Pfaffenhofen, which is located about 35 km south of Ingolstadt. In this brewery. It´s a well made beer. In particular when you really know the warm and long summer nights and days in Sarasota 🙂 They are very present at the moment…

Warmest greetings to all of you!

Da hätte es auch Tante Anni geschmeckt

Sechs Tage haben ihr gefehlt. Meiner Großtante Anni. Nur sechs Tage – zu ihrem 104. Geburtstag! Zum 100. hatte ich ein kleines Problem. Geboren am 25. Juni 1914 – ein Tag an dem der Begriff Weltkrieg – geschweige denn dessen Nummerierung – noch Theorie war. Am 19. Juni 2018 ist sie friedlich eingeschlafen… Vergangen Freitag war ich mit meinem Vater auf ihrer Beerdigung in Kreuzwertheim. Ein Ereignis, das mich dann doch mehr berührte, als ich es mir auf der Hinfahrt ausmalte. Der (heute) unterfränkische Familienteil hat der Begegnung eine ergreifende Tiefe und Würde verliehen. Annis Leben zog noch einmal an uns vorbei. Absolut prägend – 1944 die Flucht aus Oberschlesien. Anni, ihre ersten beiden Kinder, ihre Schwester (meine Oma) mit meinem gerade geborenen Vater und seinem einjährigen Bruder (die Väter an irgendeiner Front…) machten sich auf den Weg nach Westen. Ohne Hab und ohne Gut – das bisherige Lebenswerk zurücklassend. Von jetzt auf gleich. Am ersten Abend waren sie so weit weg von zu Hause wie noch nie zuvor… Sicher ein Grund warum ich mit „besorgten“ Bürgern von heute sehr, sehr wenig anfangen kann.

Schnitt. Auf der Heimfahrt kehrten wir in ein ganz wunderbares Wirtshaus ein. Durchaus im Sinne von Großtante Anni und Michael Pollan – „Essen Sie nichts, was Ihre Großmutter nicht als Essen erkannt hätte.“ Davon gibt es hier kein bisschen – im Gasthof Winkler Zum goldenen Ochsen – in Alfershausen (Thalmässing):

Selbstredend ist es im Slow Food Genussführer gelistet – aufgenommen durch die Freunde in Nürnberg – gut gemacht!

Aus dem Hahn fließt Pyraser. Ich startete sogleich mit einem regionaltypischen Rotbier:

Schöne Dramaturgie. Auf der Hinfahrt fiel mir dieses Gefährt auf:

Opening statement der Speisekarte: „Die Kultur des Essens zählt zu den schönsten Lebensfreuden, die Kunst der Speisenzubereitung zu den schönsten Lebenskünsten. Wir wollen Sie mit unseren Vorstellungen einer guten Küche vertraut machen.“

Am Freitag ist bei den Winklers Schlachtfest (wir sind im protestantischen Mittelfranken). Die Tiere stammen aus der eigener Landwirtschaft – geschlachtet wird unmittelbar vor Ort – selbst! Solchen Gemengelagen sollte man sich widerstandslos hingeben. Brot mit Bratwurstgehäck (viel Paprika), Radieschen und frischen Zwiebeln:

Unmittelbar am Wirtshaus führt die Radlstrecke der Challenge Roth (weltweit größter Wettkampf auf der Triathlon-Langdistanz) vorbei. Dieser fand zuletzt am vergangenen Sonntag statt. Der ein oder andere Protagonist übernachtet hier im Haus. Mit einer eigenen Nudelkarte (hausgemacht!) wappnete man sich für den erhöhten Bedarf an Kohlenhydraten:

Die Menschen die diesen herrlichen Ort beleben und beseelen: Christian, Marianne und Thomas Winkler:

Nach dem Essen ging es noch einen Sprung auf die Weide. Thomas Winkler fuhr mit dem Fahrrad voraus. Hier grasen seine Hereford-Rinder:

Die Winklers sind Bauern, Metzger und Köche. Und ganz Mittelfranken – sie haben natürlich auch eigene Teiche. Im Herbst werde ich mir hier ganz sicher einen Pfefferkarpfen schmecken lassen – Vorfreude!

Meine unbedingte Empfehlung – Vorsicht! – am Donnerstag ist Ruhetag.

… noch 18 Tage Weltmeister

Habe mich heute im Laufe des Tages einige Male gefragt, auf wen wir im Achtelfinale treffen – Brasilien oder die Schweiz…

Interessante Statistik: Bereits fünfmal zuvor schied ein Weltmeister schon in der Gruppenphase des Turniers aus: Italien 1950, Brasilien 1966, Frankreich 2002, Italien 2010 und Spanien 2014. Aber nur auf den ersten Blick! 1954, 1958, 1962, 1970, 1974, 1978, 1982, 1986, 1990, 1994, 1998 und 2006 – also zwölfmal – war das nicht der Fall.

Fast schon vergessen – das wohl bitterste Einzelschicksal des Abends: Der Südkoreaner Hwang Hee-chan wurde in der 56. Spielminute eingewechselt und dann in der 79. Spielminute (ohne erkennbaren Grund) wieder ausgewechselt…

Der Satz des Abends und gleichzeitig das mit Sicherheit bitterste Kollektivschicksal beschreibend, stammt vom Live-Kommentator Béla Réthy: „Das ist hier alles keine Zeitlupe, das sind reale Bilder!“

Deutschland qualifizierte sich für die Endrunde als einzige Mannschaft mit 30 Punkten in zehn Spielen (und 43:3 Toren). Wurde im Juni 2017 U-21-Fußball-Europameister und gewann im Juli 2017 den FIFA-Confederations-Cup. Vor dem Spiel war unser heutiger Gegner bereits ausgeschieden. Wir reisen als Gruppenletzter ab. Mehr Elend geht eigentlich nicht…

Im März 2019 werde ich das 54er Leiberl wieder anlegen. Genug Zeit zur Sammlung. Dann beginnt die Qualifikation für die EM 2020. Die Gruppen dafür werden am 02.12.2018 ausgelost. Mexiko und Südkorea sind nicht im Topf. Dafür die Niederlande und Italien.

Zum Dahinschmelzen

Vor einigen Wochen war ich zur abendlichen Brotzeit im Landgasthof Wagner. Zum Nachtisch ermahnte mich Michael Wagner unbedingt eine Kugel „Goldenes-Milcheis“ (Kurkuma-Latte mit Ingwer) zu probieren. Was wäre man ohne gute Berater?! Und was war das für ein Genuss!!! Wer? Wo? Wie? Und überhaupt? Die Antwort: Die Bio Eiswerkstatt da´Oberlipp in Pirkach (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz).

Letzte Woche war ich in der Gegend. Und natürlich war ein Besuch bei Christine und Beppo Zschaber unumgänglich:

Beppo und Christine Zschaber

Die beiden stellten sich als weiterer Genuss heraus! Seinem Essen ein Gesicht geben – ich werde dieses Bestreben nie mehr aufgeben.

Gleich neben der Manufaktur, die sich in einem schlau dafür umgebautem Container befindet, leben und wirken die wichtigsten Mitarbeiterinnen: +/- 60 Milchkühe (Fleckvieh) mit Stier (eigene Nachzucht):

Die Landwirtschaft gehört Lisl (Schwester von Christine Zschaber) und Matthias Diepold. Sie ist Bio zertifiziert nach den Naturland Richtlinien.

Am selben Abend waren die Zschabers sogleich spontane Gäste beim monatlichen Stammtisch von Slow Food Ingolstadt, der diesmal im nahe gelegenen Fuchsbräu in Beilngries tagte. Der Nachtisch war damit geklärt – Danke für die Mitbringsel!

Restbestände (heldenhaft gesichert) wurden am Folgetag zu Hause der Familie verfüttert:

Die geschöpfte Auswahl ist beachtlich:

Für weitere Infos lasse ich am besten Christine Zschaber selbst zu Wort kommen:

Seit wann gibt es die Eiswerkstatt?
Seit Sommer 2017 (im Juli haben wir das erste Eis verkauft).

Warum Bio?
Da mussten wir eigentlich überhaupt nicht überlegen. Entweder gscheit oder gar nicht (und mit gscheit meinen wir: ALLE Produkte aus ökologischer Landwirtschaft, keine Spritz- und Düngemittel, keine Gentechnik, etc.) Langfristig führt unserer Meinung nach kein Weg für die Erde an ökologischer Landwirtschaft vorbei. Wir selbst beschäftigen uns seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Nahrungsmittel – also Herkunft, Anbau, Herstellung, Verarbeitung, Verpackung, Handelswege. Und als meine kleine Schwester dann vor ein paar Jahren auf den Hof der Diepolds „eingeheiratet“ hat, waren wir natürlich mitten drin im Thema.

Woher kommen die Rezepturen?
Das Handwerk hat Beppo bei naja – nennen wir ihn „Deutschlands Eisprofessor“ Uwe Koch gelernt. Er gibt sehr gute Kurse für Eiscafés, Hersteller, Restaurants & Co. Und da haben wir auch die Grundrezepturen her. Aber mittlerweile tüfteln wir fleißig selber neue Rezepturen aus. Wie z.B. das Goldene Milcheis (die Idee kommt aber von meinem Papa) oder das Joghurt-Dirndl-Eis mit Kornelkirschen. Für die Hammermühle in Hohenburg machen wir z.B. ein Joghurt-Sauerampfer-Eis. Auch gemeinsam mit den Gastro-Kunden kreieren wir immer wieder neue Sachen.

Woher kommen die Rohstoffe?
Milch vom Hof der Diepolds. Joghurt fürs Eis wird auch selbst angesetzt. Bio-Haselnüsse aus der Holledau vom Neumeier, Bio-Kürbiskernöl und -kerne vom Kürbishof Schnell im fränkischen Kammerstein, Bio-Streuobstsäfte (für z.B. Quitteneis & Birneneis) vom Bio-Streuobsthof Stöckl im niederbayerischen Rohr. Erdbeeren vom Demeterhof Ehemann in Oberndorf bei Freystadt (selbst gepflückt 🙂 , Eierlikör vom Biohof Pilhofer in Neukirchen, Bio-Honig von der Imkerei Kieweg in Neumarkt, Nussmuse von Eisblümerl aus Lauterhofen. Die restlichen Zutaten bestellen wir beim BioMarkt Dinkelähre in Neumarkt, bei Rapunzel, Demeter Felderzeugnissen (Obst) und beim Ökoring.

Wie ist die Aufgabenverteilung zwischen euch beiden?
Beppo kümmert sich um die Produktion (Eis, Joghurt, Milch), verkauft auch hauptsächlich auf den Märkten, macht den Einkauf und die Bestellung. Ttja und ich um den Rest – also sprich Marketing, Website, Buchhaltung, Veranstaltungen, Schreibkram und Organisatorisches wie Bio-Kontrollen & Co.

Was bedeutet „da´Oberlipp“?
da´Oberlipp heißt: der Oberlipp 🙂 Das ist der Hofname, und ganz früher gab es mal einen großen Hof, das war der Lipp (das hab ich leider noch nicht rausgefunden, woher das kommt). Und dann wurde der Hof vor mehreren Generationen aufgeteilt und übrig blieben der Unterlipp (unser Nachbar) und der Oberlipp.

Zukunftspläne?
Weiterhin gutes Eis produzieren, weitere Milchprodukte: Fruchtjoghurt, Quark, Frischkäse, und eventuell sogar auch Käse (mit Hilfe eines mobilen Käsers, falls wir jemand Gutes finden) – naja Beppo träumt quasi irgendwann von einer kleinen Molkerei, vielleicht auch in Zusammenarbeit mit anderen Bio-Landwirten aus der Region – aber wie gesagt das sind Träume. Wir werden auf jeden Fall in ein paar Jahren ein größeres Gebäude bauen, der Container war letztes Jahr eine einfache, smarte und überschaubare Lösung.

Wenn Ihr Denis Scheck (moderiert das Literaturmagazin „Druckfrisch“ in der ARD) kennt, dann ist Euch auch sein steter Spruch in der Sendung bekannt, den ich hier in Anlehnung an ihn schon immer einmal bringen wollte: Also vertrauen Sie mir, ich weiß was ich tue, und probieren Sie die Köstlichkeiten von der Bio Eiswerkstatt da´Oberlipp!

Ein Wunsch. Wollt ihr euch bitte einmal salzigem Karamell widmen?!