Marginalie (26) – Gut für Ingolstadt

Der Kuchen ist (hoffentlich) groß genug. Ich meine, wenn sich Brüssel, Berlin und München ihre Stücke abgeschnitten haben… Auf jeden Fall ist er uns am nächsten. Und deshalb ist es gut, dass heute unser Stadtrat diesen Mann zum neuen Umweltreferenten der Stadt Ingolstadt gewählt hat:

rupert ebnerRupert Ebner. Auf dieser Position ein Slow Food Mitglied, einen Conviviumleiter (von München), gar einen Vorstand von Slow Food Deutschland zu wissen, ist extra prima good! Lieber Rupert – herzlichen Glückwunsch. Und jetzt mach hin!

(25) – Marginalie – (27).

Einsam aber goldrichtig unterwegs

An nicht wenigen der sprichwörtlichen Ecken gibt es zwischenzeitlich Burger in Ingolstadt. Man möchte daher meinen, es wäre jetzt ein Leichtes, auf diesem schmackhaften Feld begeisterter Zeuge intelligenter und feiner Spielzüge zu werden. Leider weit gefehlt. Statt sich gegenseitig im lässigen Auskontern der maroden Systemgastronomie-Aufstellung zu übertreffen, setzt man unisono auf die gleiche traurige Behandlung der Spielgeräte. Zwischenfazit: Das Endspiel um die besten Burger der Stadt bleibt eine einsame, weil bereits gegnerlose Angelegenheit. Selbstverständlich ist die fehlende Satisfaktionsfähigkeit

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der Konkurrenz dem Oberburgermeister nicht vorzuwerfen. Goldrichtig geht dieser seinen Weg. Zwischenzeitlich sogar - goes vegan – beidbeinig anspielbar.

go hu 1Ganz aktuell erfuhr der Fleischeinkauf im Golden eine Modifikation zu noch mehr Regionalität. Kam das Bio-Rindfleisch bisher aus dem Allgäu, liefert nunmehr – täglich frisch – die biozertifizierte Ingolstädter Metzgerei Joseph Huber das Fleisch (gewolft sowie am Stück) und den Speck. An ihren Zutaten sollt ihr sie erkennen…

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Gutes Geflügel

Der Anteil der in Deutschland zum Verzehr bestimmten Hühner und Puten in industrieller Massenqualhaltung liegt bei >98%. Damit können bestimmte Figuren gut arbeiten. Zum Beispiel im 2010 in Betrieb genommenen Geflügelschlachthof in Wietze (Niedersachsen). Er hat eine Schlachtkapazität von 27.000 Tieren. Pro Stunde(!). Nur mal so: Der Bau wurde mit 6,5 Millionen Euro vom Land Niedersachsen gefördert und erhielt weitere 800.000 Euro von der Bundesregierung…

Lust auf die knappen 2%? Dazu gleich zwei gute Nachrichten. Man hat es in der Hand. Und – denken hilft. Findet sich Fleisch von Geflügel mit einem Leben vor dem Tod in der Ketten- und Systemgastronomie, in Chicken-Nuggets (die man erstaunlicherweise gerne seinen ganz Lieben vorsetzt), bei der alleinigen Konzentration auf die sogenannten “Edelteile” (Brust), beim Discounter, in der Wurst mit Bärchengesicht oder in Bratwürsten für die Dieter Bohlen wirbt, in Fitness-Putenbruststreifen, bei Grillhendln von Parkplatz und Ausfallstraße oder Tiefgefrorenen für um die 2,49 EUR? Jeder finde seine Antwort(en) selbst.

Eigentlich unbezahlbar – sauteuer – sind diese 98%. Der Preis für fehlenden Geschmack (und das in jeder Hinsicht), nicht vorhandenen Tier- und Umweltschutz, für den Verlust regionaler Kultur und Wertschöpfung, für die Zerstörung von Märkten in Entwicklungsländern oder dramatisch steigende Antibiotikaresistenzen ist nur leider auf der Strecke geblieben…

Geist ist geil. Der wirtschaftlichen Herausforderung (Haushaltskasse!) begegne ich einmal mit einer klaren Prioritätensetzung und zum weiteren mit einem zurück in Richtung Sonntagsbraten. Vorletztes Wochenende – noch ganz im Fußballfieber – verwandelten wir genüsslich diese Steilvorlage auf dem Ingolstädter Wochenmarkt:

hendl1Passgeber: Biohof Mayer aus Preith. Endergebnis:

hendl2Ich werde mitnichten hier alle meine Quellen für köstliche Mistkratzer aus der Region nennen ;-) Andererseits darf von extra prima good Tröstung, Festigung, gar Erbauung erwartet werden. Hier ist sie. Gutes Geflügel haben:

Biohof Mayer – Franz Josef und Andrea Mayer
Steigweg 4, 85131 Preith, Tel: 08421/906257
Bioland. Regelmäßige Bestandsgröße ca. 25 Tiere. Freilandhaltung. Hofeigenes gentechnikfreies Futter. Schlachtalter der Tiere: 15-18 Wochen.

Jura-Geflügel – Roswitha u. Matthäus Hüttinger
Jurastraße 8, 85137 Walting-Rapperszell, Tel: 08426/9883-80
Konventionell. Regelmäßige Bestandsgröße 150-200 Tiere. Freilandhaltung. Hofeigenes gentechnikfreies Futter. Schlachtalter der Tiere: 12-14 Wochen. Eigene Schlachtung.

→ Thaller-Hof – Paul jun. Thaller
Thannbergstraße 24, 85084 Reichertshofen, Tel: 08453/1772
Konventionell. Regelmäßige Bestandsgröße – sehr klein; richtet sich nach den Bestellungen der (Stamm-)kunden. Freilandhaltung. Hofeigenes gentechnikfreies Futter. Schlachtalter der Tiere: >8 Wochen. Eigene Schlachtung.

→ Bronze-Freilandputen – Petra Schmidl
Kirchstraße 22 a, 85051 Ingolstadt, Tel: 0841/76076
Konventionell. Freilandhaltung. Hofeigenes gentechnikfreies Futter. Eigene Schlachtung.

Zum Zweinutzungshuhn in unserer Region ist es freilich noch ein langer – aber unbedingt erstrebenswerter – Weg.

Meisterlich geht die Grund- und Mittelschule Großmehring das Thema Hühner an. Ein wunderbares Projekt. Meine Hochachtung!

Deutschland ist wieder Weltmeister

In der Aufzählung vom 10. Juni Uruguay vergessen… Geschenkt. Ich bin sehr, sehr, sehr glücklich: Deutschland ist wieder Weltmeister!

wm2By the way – am 07. September 2014 um 20:45 Uhr spielt der WELTMEISTER(!) gegen Schottland. Es ist sein erstes Qualifikationsspiel zur EM 2016 in Frankreich (Eröffnungsspiel 10. Juni 2016 um 21:00 Uhr).

Fingerzeig (12) – Servus beim nächsten Stammtisch

Die Publikation Landlust (Landwirtschaftsverlag Münster) gehört zum Segment der sogenannten Lebensstil-Zeitschriften. Darin bekleidet sie unter anderem die Themen Natur & Garten, Essen & Trinken, Wohnen & Wohlfühlen, Handwerk und regionales Brauchtum. Sie erscheint seit 2005 zweimonatlich. Sie ist erfolgreich. Am besten ist das an der Vielzahl der (eigentlich durchgehend kärglichen) Nachahmerprodukte abzulesen: Liebes Land, Landidee, Landleben, Landglück, Mein schönes Land, LandKind, Landpartie, Landliv, Land & Berge, LandGang, Landzauber, LandGenuss… Man sieht – sie ist sehr erfolgreich. Zur Kurzweil blättere ich gelegentlich gerne in ihr. Seit März 2012 gibt es (monatlich) wirklich ernstzunehmende Konkurrenz. Vielleicht liegt es bereits am fehlenden “Land” im Titel. Das kommt erst im Zusatz… Servus in Stadt & Land (Red Bull Media House).

Die Realität ist ein Fass ohne Boden. Sie hat also auch Platz für die heile Welt. Gott sei Dank! An dieser Stelle sei der erneute Verweis auf die Lebenslust von Kinfolk gestattet.

Im aktuellen Servus (07/2014 “für den Kulturraum Bayern” – es gibt auch die leicht modifizierten Ausgaben Österreich, Deutschland und Baden-Württemberg) findet sich unter der Überschrift “Wo sich die Langsamkeit versteckt” ein genussreicher Bericht über die Altmühl und einige ihrer feinen Uferschätze:

stirzer stammtischDarunter die Empfehlung des Gasthofs Stirzer in Dietfurt. Was soll ich sagen? Wie passend! Genau hier findet am kommenden Donnerstag – 10.07.2014, 20:00 Uhr – unser nächster Slow Food Ingolstadt Stammtisch statt – Gäste sind wie immer herzlich willkommen!

Zeitschriften für den “Kulturraum Bayern”? Ihr kennt doch hoffentlich sicher alle MUH – Bayerische Aspekte?!

(11) – Fingerzeig – (13).