Wo das Gemüse fast in die Küche wächst

Als Ingolstädter toure ich nach Regensburg (sehr gerne) oder Nürnberg (gerne). Sehr selten befahre ich die Autobahn (A3) zwischen diesen beiden Städten. Geschieht dies aber doch einmal, gilt es unbedingt – ziemlich in der Streckenmitte – im Winkler Bräu in Legenfeld einzukehren. Das herrliche Wirtshaus ist selbstredend im Slow Food Genussführer gelistet.

Vergangener Juli. Regionaltreffen der Genussführer-Kommission Deutschland. Autobahn A3. Mittig zwischen Regensburg und Nürnberg. Neuland: Hilzhofen. Hier findet man den Landgasthof Meier. Ich mache es ganz kurz: Hinfahren!

Zum Thema “regional” und “saisonal” schon einmal sowas in einer Speisekarte gelesen?: “Erst bei Bestellung wird der Salat von unserem Gemüsefeld frisch geerntet”.

meier (5)Das Feld beginnt unmittelbar beim Hinterausgang zur Küche:

meier (4)Eine (von mehreren) Gaststuben gibt durch Fenster am Tisch den Blick in die Küche frei:

meier (1)Und was hier entsteht, lässt sich wahrlich sehen! Und sehr fein schmecken!!

meier (3)Wirtsleute – Claudia und Michael Meier – aus dem Bilderbuch:

meier (2)meier (6)Auch dieses Haus ist selbstverständlich im Slow Food Genussführer. Und ein guter Grund sich rein seinetwegen auf den Weg zu machen und Nürnberg links und Regensburg rechts liegen zu lassen…

Auf dem Heimweg (nach nur 10 km) führte dann doch kein Weg vorbei. Am spektakulären Kupfer Spezial beim/vom Winkler Bräu:

winkler

Humulus Lupulus 2015

Humulus lupulus ist lateinisch und steht für Echten Hopfen. Sein Duft ist mir einer der Liebsten. Humulus Lupulus ist aber auch etwas für die Ohren. Er trägt dabei den schönen Untertitel Doldensound. Seit Jahren will ich da hin – letzten Freitag (zur 12. Ausgabe) hat es nun endlich geklappt!

humulus lupulus (7)humulus lupulus plakathumulus lupulus (6)humulus lupulus (4)Ein Open Air mit viel Charme und einzigartiger Gemengelage: Zwei Bühnen (Giggerl- und Hopfenbühne), eine Hütte. Arrangiert in einer Obstbaum-Waldinsel inmitten freier Felder. Wenige Kilometer nördlich von Scheyern – das Benediktinerkloster bleibt in Sichtweite. Vollkommen unaufgeregte, fast schon vertraute Großfamilienatmosphäre. Sehr vielschichtiges, dabei aber stets feines Line-up (siehe Plakat oben). Kinder bis 13 frei.

Für diese schöne Tradition

humulus lupulus (12)hatte ich natürlich ein klosterbiertaugliches Gefäß dabei:

humulus lupulus (2)humulus lupulus (5)humulus lupulus (3)Exemplarisch Kofelgschroa:

humulus lupulus (10)humulus lupulus (8)humulus lupulus (9)humulus lupulus2016… freu!

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Bierfest der Haus- und Hofbrauereien

Es gilt einen wichtigen Nachtrag zu machen. Die Geschichte ist bereits gute drei Wochen her. Weit und breit gab es keine Ankündigung der Festivität – zumindest auf Ingolstädter Fluren. Die Info gab mir ein treuer Freund – Danke Matthias! Dieses Faltblatt:

sause6Ich war dort. Gott sei Dank! Ein großartiges Beisammensein. Ohne Presse-Widerhall … gut, dass es extra prima good gibt! Gegenwärtig also (noch) der klassische Geheimtipp – ich gehe nämlich sicher von einer 2. Auflage im nächsten Jahr aus. Und dann wird in der Nähe übernachtet!

bierfest (25)bierfest (21)Diese drei – von links Alois Petz sowie Sabine und Josef Rabl (sie bewirtschaften den Lengerhof) – hatten die Idee dazu und realisierten diese aufs Vortrefflichste:

bierfest (18)Ein frisches Bier in der Hand fiel mein Blick auf diese Botschaft, die sich ausgelegt auf jedem Tisch befand:

bierfest (27)Potzblitz! So, genauso! Mein Kompliment! Carlo Petrini hätte es nicht anders fomuliert. Slow Food sieht im Essen einen landwirtschaftlichen, einen politischen Akt. Durch ihn werden aufgeklärte Konsumenten gleichzeitig zu Ko-Produzenten, deren Entscheidungen die landwirtschaftliche Produktion und den Zustand des Ökosystems beeinflussen. Sag mir was Du isst, und ich sage Dir welche Landwirtschaft Du damit förderst…

Mit weiteren köstlichen Bieren ließ ich es mir gut gehen. Kein Kunststück an einem solchen Ort.

Da hinten – zweifach behütet – braut Josef Rabl mit Naturdoldenhopfen seine Lengerbräu-Spezialitäten:

bierfest (7)bierfest (6)bierfest (3)bierfest (4)bierfest (5)bierfest (2)bierfest (1)Acht Haus- und Hofbrauereien (fast keine hat eine Website…) sowie das Hofbräuhaus Freising schenkten aus. Hofbräuhaus Freising:

bierfest (13)Urban Chestnut – Wolnzach:

bierfest (14)Brauerei Pesenlern:

bierfest (8)Bayerisch-Böhmisches Brauhaus – Wolfersdorf:

bierfest (26)Zebedäus Bräu – Niederösterreich:

bierfest (11)Heidebräu – Zolling und Postbräu – Osseltshausen:

bierfest (10)Brauwerkstatt – Haag a. d. Amper:

bierfest (12)Last but not least – die Gastgeber: Brauerei Lengerbräu – Rudertshausen:

bierfest (15)bierfest (16)Bekenntnis eines Gastes zu einer Traum-Brauerei in Pataluma und Chicago/USA: Lagunitas:

bierfest (9)bierfest (19)bierfest (24)bierfest (17)bierfest (20)bierfest (23)Soll ich Bescheid geben? In Sachen Termin 2016?

Über allen Gipfeln Ist Ruh und das Zucker(l)

Wirte und Produzenten zu finden, die im Sinne von Slow Food gut, sauber und fair arbeiten, ist die Aufgabenstellung des Produzenten– und Genussführers. Letzterer ist schon weit gediehen (Buch, 2. Ausgabe!), Ersterer (Mammutaufgabe!) steckt noch in den Kinderschuhen. An beiden Projekten arbeitet Slow Food Ingolstadt leidenschaftlich mit.

Will man vor seiner Haustüre kehren, sollte man wissen, wo diese ist. Selbstbewusstsein ist gefragt: Für welche Region ist Slow Food Ingolstadt ganz konkret verantwortlich? In sehr freundschaftlicher Abstimmung mit unseren Nachbarconvivien (das sind im Uhrzeigersinn: Nürnberg, Niederbayern, München, Augsburg und Altmühlfranken) wurde die Frage beantwortet. Im Ergebnis bestätigten sich territorial zunächst 95% der seit Jahren gelebten Gefühlslage. Und en passant kam heraus, dass es nach Osten hin keine gemeinsame Grenze mit Slow Food Regensburg-Oberpfalz gibt… schade eigentlich.

Zu Slow Food Ingolstadt gehören damit die Landkreise Eichstätt, Pfaffenhofen, Neuburg/Schrobenhausen und die Stadt Ingolstadt. Und die restlichen 5%? Das sind die Städte Riedenburg und Dietfurt a.d. Altmühl. Hier signalisierte das Convivium Niederbayern alte Jagdgründe… Georg Flingelli ist der Häuptling der Niederbayern. Er ist nicht nur hochsympathisch, sondern auch sehr weise… Seht her: Jedes Jahr im Sommer – für alle Zukunft – wird das Convivium Ingolstadt den Niederbayern Freibier andienen (Gerhard Polt: “The idea of Freibier in Bavaria is deeply religious!”) – vom Riedenburger Brauhaus im Gasthof Stirzer in Dietfurt! Vor zwei Wochen wurde die Übung begonnen:

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Auf der Zielgerade gab es von Flingelli zwar noch einen Nachverhandlungsversuch:

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Zu spät. Über Riedenburg und Dietfurt weht die richtige 😉 Fahne. Stirzer-Wirt Sepp Hierl ist Zeuge!

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Es war ein sehr genüsslicher und langer Abend an unserer gemeinsamen Tafelrunde. Auch Braumeister Max Krieger und seine Frau Katrin gesellten sich dazu – Danke für die beiden Fässer!

Freu mich bereits heute auf nächstes Jahr… Mein absolutes Lieblingsgericht vor Ort: Nudelfleckerl mit Speck/Krautfüllung (mit zerlassener Butter und frisch geriebenem Hartkäse):

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Nicht wenige blieben über Nacht. Am nächsten Morgen war nämlich noch eine gemeinsame Wanderung entlang der Weißen Laber angesetzt. Eine herrliche Landschaft. Wie eigentlich immer zuseiten von Gewässern… Wandern macht durstig. Wir kamen durch Oberbürg. Niemand hatte hier das Gasthaus Zucker auf dem Schirm. Das Nasenschild mit dem Wappen des Winklerbräus Berching löste rundherum unverzüglich breites Lächeln aus:

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Wandern macht auch hungrig. Es war späte Mittagszeit. Die Ersten begannen in der sehr übersichtlichen (gut!) Karte zu blättern. Auf den Tischen fand ich diese beachtliche Begrüßung:

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Eigene Landwirtschaft. Eigene Tiere. Eigene Schlachtung. Der Senior-Wirt Xaver Zucker ist gelernter Metzger und “fasste … 1993 den Entschluss, sich noch mehr den Gästen zu widmen und die Arbeit bei Audi aufzugeben” (Donnerwetter – das kennt man leider nur umgekehrt!). Schwiegersohn Michael Kniffka ist ebenfalls Metzger. Seine Frau Christine gelernte Köchin. Es war klar: Wir hatten eine Perle rausgetaucht!

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Es war köstlich! Die saisonalen, frischen Salate. Die Spätzle, die verschiedenen Soßen, Griesnockerl – alle hausgemacht. Ohne industrielle Helferlein. Bratwurst, Blutwurst, Leberwurst, Schinken und Presssack – zum Mitnehmen – allesamt ohne Geschmacksverstärker.

Xaver und Maria Zucker (die Kniffkas scheuen die Kamera):

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Gasthaus Zucker, Oberbürg 7, 92345 Dietfurt, Tel. 08464/569 (keine Website). Montag Ruhetag. Sonn- und feiertags Mittagstisch. Brotzeiten immer.

Oberbürg ist ein Stadtteil von Dietfurt…………..! Unsere Genussführergruppe ist nicht immer zu beneiden… dieser Kandidat ist eine Beglückung!

Zu guter Letzt noch ein Tipp: Die Niederbayern haben einen ganz ausgezeichneten Blog: (s)lower bavaria

Fingerzeig (24) – Donaupoint ist umgezogen

Seit Oktober letzten Jahres kann man in Ingolstadt (endlich) nach Herzenslust handwerklich gebrautes Bier – Craft Beer – einkaufen. Die vielfältige Auswahl in Michael Kennes Donaupoint ist nahezu unbegrenzt. Deshalb schätze ich den Laden. Und weil er ihn in der Altstadt angesiedelt hat. Es sind individuelle Geschäfte wie diese, die wir für eine lebendige, attraktive Innenstadt so dringend benötigen. Und endlich mag ich ihn, weil er Slow Food Unterstützer ist :-)

Seit einigen Tagen erwartet den Hopfen- und Malz-Liebhaber an vertrauter Stätte nunmehr diese Nachricht:

donaupoint umzug1Also, nur wenige Meter weiter in die Sauerstraße gehen und dann nach links, in eine Gasse, namentlich wie gemacht für das neue Domizil!

donaupoint umzug2Hans Fegerts “Alte Ingolstädter Brauereien und Wirtshäuser” gibt dazu bewährt zu Protokoll: “Hans Kärling, genannt “der Hell”, gründete im Jahre 1613 den “Höllbräu” … avancierte der “Höllbräu”, was den Bierausstoß betraf, im Jahre 1885 zum drittgrößten Braubetrieb in der Stadt.”

Die Verkaufsfläche hat sich mehr als verdoppelt, hinter den Kulissen gibt es Lagerfläche satt. Es wird jetzt auch ausgeschenkt! Man kann im Außenbereich sitzen. Im vorderen Bereich ist gar eine kleine Gastronomie geplant und im Untergeschoss entstehen Seminar- und Verkostungsräume. Der Hammer: Vor Ort wird auch gebraut werden!

donaupoint umzug3Weiter viel Erfolg Michael!

(23) – Fingerzeig – (25).